Coach hilft bei Einstieg in den Job

Frankfurt - Hessen geht voran: Mit dem Pilotprojekt Aufstiegscoach hat das Land ein Experiment unter anderem zur Vermittlung von Langzeitarbeitslosen gestartet - aus Sicht der Beteiligten erfolgreich. Von Marc Kuhn 

Anahita Panahian aus Offenbach ist sehr zufrieden. „Das Projekt hat mich dahin gebracht, wo ich sein wollte“, sagte sie gestern in Frankfurt. „Ich hätte mir das nicht leisten können.“ Panahian hat von dem bundesweit einzigartigen Pilotprojekt Aufstiegscoach in Hessen profitiert. Die junge Frau hatte eine Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte absolviert und mehrere Jahre in dem Job gearbeitet. Nach Schwangerschaft und Elternzeit klappte der Wiedereinstieg in den Beruf nicht. Eine Fortbildung musste dann finanziert und die Kinderbetreuung für die Tochter organisiert werden. Der Aufstiegscoach unterstützte Panahian. „Nach knapp einem Monat war ich in einen Minijob bei einer Zahnarztpraxis vermittelt.“ Nach Qualifizierungen hatte sie eine Teilzeitstelle. „So wie es aussieht, fange bald mit einem Vollzeitjob an“, erklärte Panahian gestern, als die Beteiligten an dem Projekt Aufstiegscoach nach einem Jahr Bilanz zogen. Pilot-Regionen in Hessen sind Offenbach und Nordhessen. Insgesamt vier Aufstiegscoachs vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft sollen Langzeitarbeitslose, Ungelernte und Menschen, die im Beruf mit Problemen kämpfen, dauerhaft in Arbeit bringen. 60 Plätze sind gefördert worden. Bis Ende Oktober habe es 41 Vermittlungen in Arbeit, 22 Stabilisierungen in Beschäftigung und 17 Berufseinstiege geben, berichtete der hessische Sozialminister Stefan Grüttner. Überschneidungen zwischen den Angeboten sind möglich.

„Der Aufstiegscoach baut Brücken“, erläuterte Grüttner. Er sprach von ersten Erfolgen. Ähnlich äußerte sich der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, Volker Fasbender. Aufstiegscouch Emre Berk sprach von einem „hocheffizienten Instrument“. Deshalb werde das Projekt um ein Jahr verlängert. erklärte Grüttner. Dafür stünden erneut 420.000 Euro bereit. Die Hälfte des Geldes kommt vom Land, der Rest von den Jobcentern.

Einen ganz wichtigen neuen Weg sieht Matthias Schulze-Böing, Geschäftsführer vom Offenbacher Jobcenter Mainarbeit, in dem Projekt. Es sei „ein Prototyp, wenn er läuft, geht er in Serie. Das kann ich für Offenbach sagen.“ Die Agentur für Arbeit verfolge das Projekt mit großem Interesse, sagte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. Er wies darauf hin, dass es in dem Land 2014 im Schnitt etwa 122.000 Arbeitslose gegeben habe. Das Hanauer Unternehmen MKK-IT lobt das Projekt ebenfalls. Es wolle die drei Mitarbeiter, die über den Aufstiegscoach in den Betrieb gekommen sind, übernehmen, berichtete Geschäftsführer Heiner Fritzsche.

Quelle: op-online.de

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