War es Auftragsmord oder spontane Tötung?

Darmstadt - Im Prozess um den Hainburger „Taximord“ hat einer der drei Angeklagten am gestrigen fünften Prozesstag seine frühere Aussage ergänzt und richtig gestellt. Von Katrin Diel

Über seinen Anwalt ließ Giovanni P. eine weitere Einlassung verlesen. P. ist angeklagt, gemeinsam mit Pietro L. im Mai 2008 den Taxifahrer Claus H. erstochen und erwürgt zu haben (wir berichteten). Den Auftrag dazu soll Robert B. erteilt haben, ein ehemaliger Kollege des Opfers.

Giovanni P. gab an, es sei richtig, dass sein Bekannter Pietro L. beauftragt gewesen sei, Taxifahrer H. zu überfallen. „Er hat mich gefragt, ob ich mitmache.“ Pietro habe ihm oft Drogen gegeben, manchmal auch ohne Geld dafür zu verlangen, deshalb sei er ihm was schuldig gewesen, sagte Giovanni P.

Es sei geplant gewesen, dass L. den Taxifahrer von hinten mit dem Schal festhalte und P. ihm das Messer vorhalte.

Vor der Tat haben P. und L. gemeinsam Drogen konsumiert, Heroin, Crack und Rohibnol, „weit mehr als sonst üblich“. L. habe dann wie besprochen das Taxi bestellt. „Die ganze Sache verlief anfangs nach Plan“, sagte Giovanni P.

Aber als sie den Taxifahrer in seinem Wagen angriffen, habe der sich heftig gewehrt und um sich geschlagen. „Wir hielten ihn fest, so gut wir konnten. Ich war völlig in Panik.“ Er habe dann mit dem Messer zugestochen, gab P. zu, wie oft wisse er nicht mehr, auf jeden Fall zwei Mal in den Hals.

Zu keinem Zeitpunkt hätten sie vorgehabt, Claus H. zu töten. „Mit dieser moralischen Schuld zu leben, bereitet mir große Schwierigkeiten“, sagte der Angeklagte.

Mit dieser Aussage entspricht Giovanni P. den Angaben von Auftraggeber Robert B. Dieser hatte ausgesagt, er habe Claus H. eine Abreibung erteilen lassen wollen, niemals aber einen Mord befohlen.

Der Prozess wird am 8. April fortgesetzt, Plädoyers und Urteil werden für den 22. April erwartet.

Quelle: op-online.de

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