Neue Ausstellung in Frankfurt

Die Welt rückt zusammen

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Der Globus als wiederkehrendes Symbol verdeutlicht die Weltreise in der Ausstellung.

Frankfurt - In 80 Tagen um die Welt – so etwas erschien Ende des 19. Jahrhunderts auf einmal nicht mehr unmöglich. Die neue Ausstellung im Museum für Kommunikation versetzt den Betrachter zurück in eine Zeit des Fortschritts und der Globalisierung. Von Corinna Hiss

In einem Herrenzimmer im Jahre 1872 wird der Grundstein für etwas völlig Neues gelegt: Der französische Schriftsteller Jules Verne schreibt an seinem Werk „In 80 Tagen um die Welt“ und feiert damit den technischen Fortschritt und die zunehmende Globalisierung seiner Zeit. Ebenso in einem Herrenzimmer reift bei dem deutschen Generalpostmeister Heinrich von Stephan die Idee einer Sammlung aller technischer Errungenschaften. Später entsteht daraus das erste Postmuseum der Welt. Beide Männer sind Visionäre, die ein Gespür für die bahnbrechenden Entwicklungen des weltweiten Verkehrs und der globalen Kommunikation haben.

Die Ausstellung „In 80 Dingen um die Welt – der Jules-Verne-Code“, die ab morgen im Museum für Kommunikation zu sehen ist, verbindet beide historischen Ereignisse zu einem einzigartigen Rückblick ins fortschrittsgläubige 19. Jahrhundert und der Begegnung Europas mit fremden Kulturen. „Es sind 80 Exponate ausgestellt, die sowohl in der Sammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation vorhanden sind als auch im Roman von Jules Verne eine Rolle spielen“, beschreibt Kurator Dr. Manuel Gogos das Konzept. Ebenso wie Vernes Hauptdarsteller, der englische Gentleman Phileas Fogg, begeben sich die Besucher der Ausstellung auf eine Fahrt um die Welt, der Roman dient als Reiseführer.

Das Buch ist in acht Etappen aufgeteilt, so auch die Exponate im Museum: Von London geht es über Paris nach Suez, von dort nach Bombay, Hongkong und Yokohama. Der Heimweg führt weiter von San Francisco nach New York und wieder zurück in die englische Hauptstadt. In der Sammlung finden sich Reiseutensilien wie Spazierstock, Weltkarte und Koffer, aber auch Indizien eines unglaublichen Abenteuers wie eine Opiumpfeife oder das Bild eines indischen Elefanten.

Auch wenn sich die Ausstellung mit der fortschreitenden Globalisierung im 19. Jahrhundert befasst, ist auch die heutige Art zu reisen für Gogos relevant. „Wir sind mittlerweile so weit, uns in 80 Klicks um die Welt zu bewegen, ohne den heimischen Sessel zu verlassen“, sagt er. Das Internet als Fenster zur großen weiten Welt – in der Zeit von Vernes und von Stephan wurde dazu der Anstoß gegeben.

Die Ausstellung ist bis 30. August im Museum für Kommunikation, Schaumainkai 53, zu sehen. Zusätzlich gibt es Workshops für Schulklassen.

Quelle: op-online.de

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