All die schönen Scheiben

Ausstellung „Jukebox. Jewkbox!“ im Museum für Kommunikation

Frankfurt - Die Erfindung eines deutschjüdischen USA-Emigranten sollte die Welt verändern. Von Christian Riethmüller

Am 26. September 1887 reichte der in Hannover aufgewachsene und im Jahr 1870 nach Amerika ausgewanderte Emil Berliner ein Patent für einen scheibenförmigen Tonträger und das dafür passende Abspielgerät ein - Schallplatte und Grammophon waren in der Welt und damit das erste Medium des Zeitalters der Massenunterhaltung. 128 Jahre später bedeuten die schwarzen Scheiben noch immer zahlreichen Menschen viel, selbst wenn der Schallplatte immer mal wieder das Sterbeglöckchen geläutet worden ist. Derzeit erlebt Vinyl wieder eine Renaissance, weshalb eine kleine, aber wunderbare Ausstellung, die nun im Museum für Kommunikation Frankfurt zu sehen ist, aktueller nicht sein könnte.

Die vom Jüdischen Museum Hohenems übernommene und von dessen Direktor, dem gebürtigen Frankfurter Hanno Loewy, kuratierte Schau mit dem Titel „Jukebox. Jewkbox! Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack & Vinyl“ widmet sich dabei auf unterhaltsame Weise der Geschichte der Schallplatte, die in erstaunlichem Maße auch eine Geschichte jüdischer Erfinder, Produzenten, Musiker und Komponisten ist.

Das Forum im Museum hat für die Schau die Anmutung eines Plattenladens erhalten, mit vielen Plattencovers an den Wänden und einer langen Theke in der Mitte des Raums. Hier kann man auf Barhockern Platz nehmen und an mehreren Audiostationen persönlichen Berichten von Menschen aus aller Welt über ihre besonderen Schellack- und Vinyl-Momente lauschen. In einer Lounge-Ecke kann man Musikvideos bestaunen oder eine Original-Jukebox 120 Songs von Stars verschiedener Genres abspielen lassen. In Vitrinen sind zudem kostbare Grammophone aus dem frühen 20. Jahrhundert ausgestellt.

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„Jukebox. Jewkbox!“ ist bis 29. Mai im Museum für Kommunikation, Schaumainkai 53, zu sehen. Öffnungszeiten: Di - Fr 9 bis 18 Uhr, Sa, So 11 bis 19 Uhr

Quelle: op-online.de

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