Staatsanwalt stellt keinen Antrag auf U-Haft

Auto-Schütze nach SEK-Einsatz wieder frei

Main-Kinzig-Kreis - Der am Dienstag in Mernes bei Bad Soden-Salmünster von einem Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei vorläufig festgenommene Mann wurde gestern wieder auf freien Fuß gesetzt. Von Andreas Ziegert

Bei der Durchsuchung auf dem Bauernhof des 54-Jährigen in dem 850-Seelen-Dorf wurden zwar mehrere Waffen gefunden, die Staatsanwaltschaft sah allerdings nicht genügend Gründe für die Beantragung einer Untersuchungshaft. Allerdings droht ihm jetzt eine vom Gericht angeordnete ärztliche Untersuchung.

Sechs Stunden lang hatten schwer bewaffnete Polizisten das Wohnhaus des Mannes belagert und ihn schließlich widerstandslos festnehmen können. Anschließend begann die Kripo mit der Durchsuchung, die am Mittwoch von Beamten der Bereitschaftspolizei unterstützt wurde. Gefunden wurden eine größere Menge Schwarzpulver und Patronen sowie Bargeld in offenbar auch nicht geringer Menge. Im Haus wurde zudem eine angebohrte Gaspistole, eine CO2-Waffe, eine Machete sowie verschiedene Munitionsarten sichergestellt.

Im Amtsgericht Gelnhausen war am Dienstag ein Durchsuchungsbeschluss für das Gehöft bewirkt worden, weil der 54-Jährige unter Verdacht stand, am vergangenen Wochenende auf einen VW-Lupo mehrere Schüsse abgegeben zu haben. Laut Polizei räumte der Mann in der Vernehmung ein, zur Tatzeit mit einer Waffe geschossen zu haben. Ob es sich um die manipulierte Gaspistole handelte, soll jetzt bei einer kriminaltechnischen Untersuchung geklärt werden.

Gegen den Frührentner laufen nun nicht zum ersten Mal Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, weshalb er auch vorbestraft ist. Erst Ende Juli war er zudem wegen Diebstählen zu einer Geldstrafe von 1 800 Euro verurteilt worden. Nachbarn hatten gegen ihn ausgesagt, weil er im Dorf Mais und Holz gestohlen haben soll, außerdem eine Ananas. In der Verhandlung bestritt er allerdings alle Vorwürfe und sprach von einer Verschwörung im Dorf gegen sich. Der Richter allerdings glaubte den Nachbarn und drohte dem 54-Jährigen mit einer ärztlichen Untersuchung, falls er erneut straffällig werden sollte. Nur einen Tag später gab er dann die Schüsse ab.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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