Autofahren bei Eis und Schnee

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Alle Jahre wieder: Der erste Schnee fällt, und viele Autofahrer sind überrascht von den winterlichen Straßen.

Der Winter stellt Autofahrer vor Herausforderungen. Wer sicher ankommen will, sollte einige Ratschläge beachten - wir haben einige für Sie zusammen gestellt.

Was ist im Winter allgemein zu beachten?

Der Faktor „Mensch“ spielt in der kalten Jahreszeit dem Automobilclub von Deutschland (AvD) zufolge die größte Rolle. Nicht nur Fahranfänger, auch erfahrene Berufspendler sollten den „Schalter im Kopf“ auf Winterbetrieb umstellen.

Auf der Straße liegt Schnee. Was nun?

Gerade am frühen Morgen sollten Autofahrer besonders vorsichtig sein, oft sind die Strecken noch nicht geräumt. Durch Bremsen und Anfahren wird aus der Schneedecke ein Glatteisspiegel - zumindest bis das erste Streufahrzeug kommt. Längere Fahrtzeiten einplanen und Abstand halten.

Was sollte man bei den Reifen beachten?

20 Millionen Euro für den Winterdienst Etwa 20 Millionen Euro sind in einem durchschnittlichen Winter nötig, um die Straßen in Hessen von Schnee und Eis freizuhalten. Bis zu 1 200 Mitarbeiter stehen bereit, um die 16 800 Kilometer Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen befahrbar zu halten. Ziel ist es, die Fernstraßen und die Straßen mit starkem Berufs- oder Busverkehr bis 6 Uhr morgens zu räumen. Die Straßen- und Autobahnmeistereien sind zum Schutz der Umwelt angewiesen, den Verbrauch an Tausalz auf das Nötigste zu beschränken. Die Streugeräte gewährleisten, dass bei einer Fahrt nicht mehr als 10 bis 20 Gramm Salz - also etwa ein Teelöffel - auf einen Quadratmeter Fahrbahn fällt.Sommerreifen verbieten sich nun von selbst. Aber auch die Nachteile von abgefahrenen Winterreifen vergrößern sich laut Auto Club Europa (ACE) auf nasser Fahrbahn um ein Vielfaches. Wer nur noch zwei Millimeter Profiltiefe auf den Reifen hat, braucht demnach bei einer Vollbremsung bei 100 Kilometern pro Stunde einen 14 Meter längeren Bremsweg bis zum Stillstand. Die Unterschiede zwischen einem schlechten und dem bestmöglichen Reifen sind gravierend: Wenn das Auto mit den neuen Reifen schon steht, ist das mit den alten immer noch 43 Kilometer pro Stunde schnell. Die Aufprallenergie entspricht dabei einem Sturz aus mehr als sechs Metern Höhe.

Was kann ich tun, wenn ich bei Minustemperaturen im Dauerstau stehe?

Wer wegen des Wetters im Verkehrs steckenbleibt und sogar auf der Autobahn übernachten muss, dem schleicht die Kälte schnell in die Knochen - es droht Unterkühlung. Sinkt die Körpertemperatur unter 34 Grad Celsius, wird es kritisch, wie der TÜV Rheinland warnt. Wenn es draußen kalt ist, sollte deshalb niemand ohne funktionierende Heizung und warme Kleidung losfahren, auch eine Thermoskanne mit Tee oder Kaffee ist ein guter Wärmespender. Wer festsitzt, sollte im Auto bleiben, aber regelmäßig Arme und Beine bewegen, um den Kreislauf in Gang zu halten.

Wie kommt man am besten mit vereisten Scheiben zurecht?

Alternativ zur Standheizung, tut es dem ACE zufolge auch eine Wärmflasche. Eine halbe Stunde vor der Fahrt auf das Armaturenbrett gelegt, taut sie das Eis auf der Windschutzscheibe auf oder zumindest an, so dass es leicht zu entfernen ist. Durch die Erwärmung der Scheibe kann sich die Atemluft nicht mehr als Eisfilm an der Innenseite festsetzen. Wenn man die Lüftungsdüsen auf die Windschutzscheibe richtet und die beiden Sonnenblenden herunterklappt, zirkuliert die Luft besser und sorgt so für freie Sicht.

Vereiste Türschlösser?

Türschloss-Enteiser gehören in die Manteltasche und nicht ins Handschuhfach. Ersatzweise können Autofahrer auch zum Feuerzeug greifen. Wer das Schloss vorbeugend mit Graphit behandelt, macht den Einsatz von Türschloss-Enteisern meist überflüssig.

AP

Quelle: op-online.de

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