Römer-Koalition

AWO-Affäre: OB Feldmann hat Vertrauen im Römer verloren

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Peter Feldmann (SPD), .

Lautstarke Auseinandersetzung in der Runde der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen, aber noch kein Bruch der politischen Zusammenarbeit.

Die Affäre um die Arbeiterwohlfahrt schlägt voll auf die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen durch. In der Koalitionsrunde am Dienstag machten sowohl CDU wie Sozialdemokraten deutlich, dass sie die Vertrauensbasis für eine weitere Zusammenarbeit als angeschlagen betrachten. Dennoch wird die Allianz, auch mangels Alternative, fortgesetzt.

AWO-Affäre hat Römer-Koalition erreicht

Einziges Thema der mehrstündigen Runde waren die Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Dessen Frau soll als Leiterin der deutsch-türkischen AWO-Kita deutlich mehr verdient haben als Menschen in vergleichbaren Positionen. Zudem soll Feldmann vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister bei der AWO einen Posten gehabt haben, den es zuvor nicht gegeben hatte und der nach seinem Wechsel in den Römer auch nicht mehr besetzt wurde. Nach Informationen der FR antwortete Feldmann darauf außerordentlich schmallippig und erklärte kaum mehr als die wenigen Sätze, die er am Mittwoch voriger Woche über das städtische Presseamt veröffentlichen ließ. Tenor: Er habe keinerlei Einfluss auf den Vertrag seiner Frau gehabt, er sei auch nicht genau über ihr Einkommen informiert gewesen, seine Frau schulde ihm keinerlei Rechenschaft.

AWO-Affäre: CDU glaubt OB Feldmann nicht

Diese Erklärung verärgerte die CDU-Vertreter. Vor allem Bürgermeister Uwe Becker, der auf FR-Anfrage keine offizielle Stellungnahme abgeben wollte, soll laut geworden sein. Die Christdemokraten zweifeln an Feldmanns Darstellung, er habe nichts über das Gehalt seiner Frau gewusst. Zudem kritisieren sie die Informationspolitik des Oberbürgermeisters, der sich in der Koalitionsrunde am Dienstag voriger Woche nicht zu den Vorwürfen geäußert hatte, dies aber in einem Interview in der Mittwoch-Ausgabe der „Bild“ tat. Feldmann rechtfertigte sich ähnlich lautstark. „Es war ein ziemliches Gebrüll“, sagte ein Teilnehmer der Sitzung der FR. Der Oberbürgermeister sagte wegen der Koalitionsrunde sehr kurzfristig seine Teilnahme an der Jahresabschluss-Pressekonferenz der Frankfurter Messegesellschaft ab.

AWO-Affäre: Kritische Haltung zu OB Feldmann 

Gegenüber den versammelten Spitzenpolitikern soll der OB auch erklärt haben, es schrecke ihn nicht, ohne eine funktionierende Koalition Frankfurt zu führen. Er wisse, wie das gehe, hat er dem Vernehmen nach gesagt.

Auffällig war nach dem Bericht von Sitzungsteilnehmern, dass auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Ursula Busch eine kritische Haltung gegenüber dem Oberbürgermeister erkennen ließ.

Dabei soll es darum gegangen sein, dass Feldmann der Koalitionsrunde zunächst zugesichert hatte, sie zuerst zu informieren, dann aber vorab der „Bild“-Zeitung das umstrittene Interview gab.

Heftige Debatte in der Arbeiterwohlfahrt über den Kurs. AWO-Funktionäre sagen„vollständige Aufklärung“ zu, aber die Basis verlangt neue Köpfe an der Spitze, wie fr.de* berichtet.

Wenn die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen will, braucht sie neues Personal an der Spitze. Ein Kommentar*.

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