Frankfurter Schaufensterbummel

Abriss der Zeilgalerie sorgt für Rotation in der Innenstadt

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Frankfurt - Mit satten Rabatten hat sich die Butlers-Filiale im ehemaligen Betten Rid -– jetzt in der Kaiserstraße – in der Biebergasse verabschiedet. Von Aline Jorde

Was anfangs nur als wenige Monate währendes Provisorium gedacht war und auch so anmutete, blieb letztlich doch länger als ein Jahr lang erhalten. Butlers ist künftig auf der Fläche der Buchhandlung Carolus in der Neuen Kräme zu finden. Der Buchhändler wiederum ist mittlerweile in der Vilbeler Straße und damit etwas ab vom Schuss untergekommen. In den bisher von Butlers gemieteten Laden in der Biebergasse soll der für Dekorationsartikel bekannte Filialist „Das Depot“ einziehen. Dessen bisherige Dependance in der Fressgass’ wurde vor kurzem geschlossen.

Frei geworden sind auch die Geschäftsräume vom Golf House in der Schillerstraße. Dem Vernehmen nach will das Unternehmen stattdessen eine große Filiale in Eschborn eröffnen. Bereits seit Mitte Januar steht die einstige Strauss-Filiale an der Konstablerwache leer. Der Konzern wurde verkauft, zahlreiche Filialen wurden eingespart, geblieben ist aber die Strauss-Niederlassung in der Kaiserstraße, wo weiterhin Haushalts-, Mode- und Dekoartikel angeboten werden.

Das Einkaufszentrum MyZeil mit der futuristischen Glastrichterfassade soll umgebaut werden. Vor allem der Foodcourt soll gegen Ende dieses Jahres stark verändert werden. Im Gespräch sei man laut MyZeil-Centermanager Marcus Schwartz ferner mit der Astor Film Lounge, die zum 21. Februar ihre Räume in der benachbarten Zeilgalerie aufgeben muss. Nach Angaben von Kinobetreiber Hans-Joachim Flebbe prüfe man derzeit, wie sich bis zu drei Kinosäle in die oberen MyZeil-Etagen integrieren lassen. Auch der Ticketshop, der knapp zwei Jahrzehnte lang in der Zeilgalerie beheimatet war, ist nun im MyZeil untergekommen.

Der früher gleichfalls in der Zeilgalerie ansässige Elektronikkonzern Samsung wird hingegen auf die gegenüberliegende Zeil-Seite ziehen und dort jene Räume nutzen, in denen einst die Schuhgeschäfte Hako und danach Fink ihr Domizil hatten. Somit haben etliche Zeilgalerie-Geschäfte eine neue Bleibe gefunden, bevor das Gebäude noch in diesem Jahr abgerissen wird.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

1992 war das damals noch „Les Facettes“ genannte Einkaufszentrum mit der eigenwilligen Architektur mit vielen Treppen und schrägen Laufflächen feierlich eröffnet worden, freilich überschattet vom Skandal um den Baulöwen Jürgen Schneider. Richtig erfolgreich war die spätere Zeilgalerie aber nie. Aller ambitionierter Ladenkonzepte, Revitalisierungsmaßnahmen und Fassadenverschönerungen zum Trotz wechselten die Mieter oft. Die RFR-Holding, die die Zeilgalerie vor zwei Jahren gekauft hat, will nach dem Abriss auf der Fläche eine nach außen hin optisch abgetrennte Erweiterung der benachbarten Galeria Kaufhof errichten. Im Erdgeschoss soll Platz für drei weitere Geschäfte sein.

Quelle: op-online.de

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