Bahn fordert Milliarden

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6,5 Milliarden Euro fordern Deutsche Bahn und das Land Hessen vom Bund, um das Gleisnetz und rund 90 Bahnhöfe in Hessen zu modernisieren und auszubauen.

Frankfurt/Main - Die Beseitigung der Schwachstellen im hessischen Schienennetz erfordert Milliarden-Hilfe aus dem Bundesetat. Das ist das Ergebnis des ersten „Bahngipfels Hessen“, zu dem sich Bahnchef Rüdiger Grube, Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) heute in Frankfurt trafen.

Die Modernisierung des Bahnkreuzes Frankfurt - der laut Bahn bedeutendsten Drehscheibe im bundesweiten Zugverkehr - und seiner großen Zulaufstrecken aus Mannheim und Fulda sei ohne die vom Bund erwarteten 6,5 Milliarden Euro undenkbar.

Land und Bahn wollen die neue Regierung nach der Bundestagswahl Ende September dazu bewegen, den hessischen Milliardenvorhaben Vorrang einzuräumen. Koch sprach sowohl beim Ausbau des Drehkreuzes Frankfurt-Rhein-Main als auch bei den östlich verlaufenden Strecken nach Würzburg und Hanau von „beachtlichen Finanzierungsproblemen“.

Vor allem das Gleisnetz muss laut Deutsche Bahn dringend modernisiert werden. Ministerpräsident Roland Koch spricht von „beachtlichen Finanzierungsproblemen“.

Vor der Bundestagswahl sei aber keine Einigung mit dem Bund zu erwarten. Hessen habe bereits angeboten, die Planungskosten vorzustrecken. Keine Lösung in Sicht ist auch für die Zukunft der sogenannten Mitte-Deutschland-Verbindung vom Ruhrgebiet über Kassel weiter nach Erfurt und Dresden. Mit der dort verkehrenden InterCity-Verbindung fährt die Bahn laut Minister Posch „erhebliche finanzielle Verluste“ ein. Dennoch bleibe der Fahrplan vorerst unangetastet, bis Bahn, Land und Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV) sich geeinigt haben.

Posch betonte, auch an diesem Punkt sei der Bund in der Pflicht. Grube kündigte an, dass die 34 Millionen aus den Konjunkturpaketen des Bundes schnell ausgegeben werden sollen - Ende 2011 ist die von Berlin festgesetzte Grenze. Mit dem Geld sollen auch noch 90 größere hessische Bahnhöfe modernisiert werden. 232 kleinere Haltestellen sollen etwa einen besseren Wetterschutz oder neue Informationstafeln bekommen. Zudem werde die Bahn laut Grube 18 Millionen Euro für Arbeiten am historischen Dach des Bahnhofs in Wiesbaden ausgeben.

Zusammen mit dem Geld aus den Konjunkturpaketen stünden somit 35 Millionen Euro für das Hallendach bereit, was den Umbau in einem Zug ermögliche. Investitionen sind auch im Nahverkehr geplant. Von Dezember 2011 an sollen in Hessen 22 neue Nahverkehrszüge im Einsatz sein. Sie verkehren auf den Strecken Frankfurt-Gießen-Dillenburg/Treysa und Gießen-Friedberg-Hanau. Laut Bahnchef Grube sind die neuen Züge besonders umweltschonend.

dpa

Quelle: op-online.de

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