Ballern bis zum Umfallen

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Ein realistisches Ballerspiel mit Laserstrahlen: Wer schon immer einmal Krieg spielen wollte, aber keine Lust auf Paintball hatte, kann sich nun beim Lasertag austoben. Beim Paintball ist ein Treffer mit den Farbkugeln durchaus auch mal schmerzhaft – außerdem hinterlässt jeder Treffer seine Farbtupfer. Beim Lasertag werden erfolgreiche Schüsse ganz ohne Schmerzen und Flecken registriert.

Es ist dunkel. Um mich herum überall Nebel und Barrikaden, die von Schwarzlicht beleuchtet sind. Ich versuche mich zu orientieren. Vorne links ein Ton. Schweißtropfen wandern an meiner Stirn herab. Ein Schuss, der irgendwo ertönt. Von Khang Nguyen

Ich reiße mich zusammen, visiere den Feind an – und ehe ich zum Schuss komme, bin ich schon getroffen worden.

Lasertag heißt das neue Strategiespiel, das zunächst für militärische Übungen entwickelt wurde, in den USA jedoch immer mehr zur Freizeitaktivität wurde und dann durch die US-Fernsehserie „How I Met Your Mother“ und ihrem Protagonisten „Barney Stinson“ auch hierzulande seine ersten Fans fand. Ein Freund hatte mir von dieser neuen „Sportart“ vorgeschwärmt und eine Anlage in Frankfurt gefunden – Grund genug für mich, dieses neuartige Spiel zu testen.

Ich wage mich an die Kampfsimulation aus den USA und stürze mit meiner Mannschaft in den Lichterkrieg. Wir entscheiden uns, in Teams gegeneinander anzutreten. Dabei spielen jeweils gleich viele Spieler entweder in einer roten oder grünen Mannschaft. Neben dieser klassischen Version gibt es noch weitere, mit exotischen Namen wie etwa „Highlander“ (Jeder gegen Jeden), „Samurai“ (ein trainierter Spieler spielt gegen alle anderen) oder „Tug-o-War“ (Getroffene wechseln die Mannschaft).

So gefährlich wie eine Fernbedienung

Als Ausrüstungsgegenstände erhalten wir je eine Weste mit insgesamt vier Reflektoren (an der Brust, an beiden Schultern und am oberen Teil des Rückens) sowie einen „Phaser“, eine Laserpistole, die selbst auch als Reflektor dient und über Kabel mit der Weste verbunden ist. Wie uns der Spielführer Sid erklärt, kann man mit der Pistole den Gegner nur an den Reflektoren treffen, Schüsse auf nichtflektierte Körperteile brächten keine Punkte. Auf die Frage eines Mitspielers, ob man seine Augen vor den Laserstrahlen schützen müsste, beruhigt er: „Wir spielen hier nur mit Infrarotlicht. Das ist genauso gefährlich als würdest du mit einer Fernbedienung zielen.“ Der rote Laser sei nur ein gewöhnlicher Lichtstrahl, das Infrarotlicht sei unsichtbar.

Gespielt wird in einer Arena, die mit ihren Wänden, Säulen und anderen Verstecken viele Möglichkeiten bietet, sich unsichtbar zu bewegen und den Gegner aus dem Hinterhalt anzugreifen. Der ganze Parcour ist von Schwarzlicht durchflutet, so dass man im Nebel den Feind noch erkennen kann. Jedes Team hat zudem eine Basis, in die der getroffene Spieler zurück muss, bevor er wieder ins Spiel eintreten darf. Ich muss mich erst an die Dunkelheit und das Schwarzlicht gewöhnen. „Es ist kalt und trocken hier unten“, denke ich mir, während ich die erste Anspannung in mir spüre. Als das Spiel dann beginnt, feuere ich aus Neugier ein paar Schüsse ins Nichts ab.

Viel Kondition ist gefragt

Das Spiel ist intuitiv aufgebaut und es vergehen keine fünf Minuten, bis ich voll in meinem Element bin: Im rasanten Wechsel geht es darum, sich zu ducken, den Gegner zu identifizieren und anzuvisieren, zu schießen und weiter zum nächsten Versteck zu laufen – eine anstrengende Sache. Das ganze Sprinten und Ducken verlangt einem viel Kondition ab. Nach der Hälfte der Spielzeit muss ich meine Taktik umstellen. Weniger laufen, mehr fokussieren und zielsicherer schießen. Das Verstecken, um den Gegner aus dem Hinterhalt zu treffen, entpuppt sich als gute Strategie. Dafür muss ich ruhig sein und quasi mit der Dunkelheit verschmelzen. Das jedoch ist schier unmöglich, denn die Westen blinken immer wieder auf, so dass der Gegner im Schatten zu erahnen ist.

Nach 20 Minuten ist das Spiel beendet, und siehe da: Zweiter Platz – gar nicht mal so schlecht, wie ich finde.

Lasertag macht wirklich Spaß – und ist tierisch anstrengend. Wer aber spielend was für seine Fitness tun möchte, ist bei Lasertag genau richtig. Die Vorteile liegen gegenüber dem Paintball klar auf der Hand: Man wird nicht dreckig, wird nicht mit schmerzhaften Farbkugeln beschossen und zahlt obendrein einen viel geringeren Preis.

Mit sieben Euro pro zwanzig Minuten – wobei man üblicherweise insgesamt eine Stunde spielt – bekommt Lasertag eine klare Empfehlung von mir. Das Spiel kann von Jung und Alt und zu jedem Anlass gespielt werden. Am Rande noch ein Tipp: Ein zweites T-Shirt sollte sich jeder Spieler mitnehmen, denn ich hätte kaum gedacht, dass man nach knapp 20 Minuten Spielzeit so ins Schwitzen geraten würde.

Quelle: op-online.de

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