Ballett mit dem Flummi

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Der herrlich schräge Juror von „Germany‘s Next Topmodel„ ist wieder auf der Suche nach neuen Gesichtern.

Mit Promi-Faktor soll es einfacher sein, in der Modewelt Fuß zu fassen. Deshalb stürmten Hunderte von Mädchen jüngst zum Jungstil-Casting in Frankfurt. Der Online-Fashion-Store ist derzeit mit dem ehemaligen „Germany’s- next-Topmodel“-Juror Rolf Scheider auf der Suche nach dem „New Face“. Von Christina Schäfer

Auf seiner Tour durch Deutschland machte der bekannte Casting-Director auch Halt in der Mainmetropole. Doch ohne Geduld kamen die Bewerberinnen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren nicht weiter. Das Licht schimmert durch die Fensterscheiben des Fotostudios an der Ederstraße nahe der S-Bahn-Haltestelle Frankfurt-West. Dahinter geschäftiges Treiben in unglamouröser Atmosphäre. Hinter einem Vorhang in einer Nische warten die Mädchen auf ihren Einsatz. Manche haben nur wenige Minuten, andere dürfen für Scheider noch einmal vor der Videokamera laufen. „Hallo ich bin Rolfe“, sagt der Promi-Caster in seinem unverwechselbaren kölschen Dialekt. Jedem Mädchen schenkt er die gleiche Aufmerksamkeit, macht Komplimente und nimmt mit seiner lockeren Art den jungen Bewerberinnen die Nervosität.

Ein wenig aufgeregt ist Lisa Reiser aus Dreieich aber dennoch. Die 17-Jährige ist zum ersten Mal bei einem Casting. Nach Aufforderung hält sie die Karten mit ihrer Wartenummer vor sich. Rolfe hält die Kamera im Anschlag, knipst und knipst – im Porträt, im Profil. Rolfe ist begeistert, möchte mehr sehen. Er ist wie ein Flummi: Nicht aufzuhalten. Er tanzt, singt, wuselt umher.

Schnell zieht sich Lisa Reiser ein Kleid aus der aktuellen Jungstil-Kollektion an. Auch ein weiteres Mädchen hat es in die nächste Runde geschafft. Gemeinsam warten sie auf ihren zweiten Einsatz.

“Pose und pose, wenn du weg bist, bist du weg.“

Rolfes Assistent drückt auf die Abspieltaste des CD-Players. Laut dröhnt Musik aus den Lautsprecherboxen. Das lockert die Stimmung auf, und das Laufen wie auf dem Catwalk wird einfacher. Rolfe macht vor, wie es geht. Er stellt sich in die Mitte der beiden Mädels, nimmt sie an der Hand und läuft los – in bester Laufsteg-Manier, schwenkt die Arme, verbreitet gute Laune und animiert die Mädchen, mitzumachen. „Pose und pose, wenn du weg bist, bist du weg“, feuert Rolfe an. Dann geht er hinter die Kamera, die Dreieicherin Lisa bleibt davor stehen. Erst ein kurzes Interview, dann wird gelaufen. „Spiel schön mit der Kamera“, sagt Rolfe zu Lisa. Das Lied „Release Me“ startet von vorn.

Nach dem Shooting ist Lisa die Erleichterung anzumerken: „Er ist total lieb und ermutigt einen.“ Es war schon immer ein Traum von ihr, zu modeln. Doch auch wenn es diesmal nicht klappt: Die Elftklässlerin möchte auf jeden Fall erst ihr Abitur machen, bevor sie ihren Traum weiter verfolgt.

Zu den Mädchen mit mehr Erfahrung gehört die 24-jährige Steffi Hajna. Anderthalb Stunden hat die Darmstädterin gewartet. „Das ist normal“, weiß sie zu berichten. Nach wenigen Minuten ist sie bereits fertig.

Unterdessen ist Rolfe schon wieder begeistert, seine Augen leuchten: Stephany Fernandes da Cunha kommt vor die Kamera. Die aus Brasilien stammende 19-Jährige ist nervös, es ist auch ihr erstes Casting. Dafür ist sie extra aus Gießen angereist. „Ein schönes Mädchen“, sagt Rolfe, während Stephany in eine schwarze enge Hose und ein braunes Oberteil aus flie ßen dem Stoff schlüpft und High-Heels anzieht. Schnell pudert Rolfe, der auch ein Diplom als Visagist und Kosmetiker besitzt und sich außerdem Frisierkenntnisse angeeignet hat, Stephanys Gesicht ab. „Bewege dich wie eine Balletttänzerin“, gibt Rolfe Anweisung für den Lauf vor der Kamera und dreht sich dabei. Dann ist Stephany auf sich allein gestellt. Die ersten Bewegungen fallen ihr noch schwer, aber sie überzeugt mit ihrer natürlichen Schönheit.

Stephany Fernandes da Cunha hat es unter die Finalistinnen des Frankfurter Castings geschafft. Weiter sind auch zwei andere Mädchen, Isabelle Keller und Leslie Hudson. Ab 17. Dezember können Internet-Nutzer unter http://www.jungstil.de/4youfür das „New Face“ abstimmen. 18 Finalistinnen aus sechs Casting-Städten stehen zur Wahl, dazu wird eine so genannte Wild-Card für drei Wackel-Kandidatinnen vergeben. Unter den Abstimmenden werden ein Wochenende in Paris, 500 Euro Taschengeld und ein „Storecheck“ mit Rolfe verlost.

Quelle: op-online.de

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