Bange Blicke auf den Main

Offenbach ‐ Durchatmen, aber kein Aufatmen - das ist die Situation in den Städten entlang des Hochwasser führenden Mains in Südhessen. Der Pegel steigt derzeit nur langsam, und die Deiche und Barrieren sind nach Auskunft der Verantwortlichen in einem guten Zustand. Von Ralf Enders

Dennoch schauen sie mit bangen Blicken auf den Main, denn die Meteorologen sagen steigende Temperaturen und Regen voraus.

In Offenbach erwartet der städtische Dienstleister ESO für heute einen Pegelstand von 4,50 Meter - etwa 30 Zentimeter mehr als gestern und noch zu verkraften. Am Wochenende wurden erstmals seit 2003 die 15 Tore des Maindamms verschlossen, um den Fluss zu bändigen.

In der Stadt gibt es derweil einen neuen Vorschlag zum Hochwasserschutz. Weil der Maindamm marode ist, haben städtische Ämter und Privatleute bereits diverse Sanierungsvarianten vorgeschlagen. Die „Lokale Agenda 21“ brachte nun ein mobiles Deichsystem in die Diskussion, das aus einem kilometerlangen Schlauch besteht. Dieser könne bei Bedarf aufgepumpt werden - mit Mainwasser. Die von den Bürgern geliebten Bäume auf dem bestehenden Maindamm blieben erhalten.

Bilder vom Hochwasser

Hochwasser-Alarm in der Region

Ungeachtet dieser Zukunftsmusik ist man aktuell auch in Seligenstadt, Hanau und Mühlheim relativ entspannt: „Die Deiche sind in einem hervorragenden Zustand“, sagte etwa der Mühlheimer Wasserwehrleiter Heribert Hennig. Der Hanauer Feuerwehrchef Erich Geyer berichtete, dass der Pegel der Kinzig bereits wieder am Fallen sei, und auch der Seligenstädter Stadtbrandinspektor Alexander Zöller sieht „keine akute Bedrohung“.

Die Schifffahrt auf dem Main ruht derzeit bis auf Weiteres. Auch die Fähren in Seligenstadt, Mühlheim und Offenbach bleiben geschlossen, ebenso wie einige Straßen und Parkplätze am Fluss.

Bundesweit entspannte sich die Hochwasserlage in den meisten gefährdeten Regionen vor allem an Rhein und Mosel leicht.

Quelle: op-online.de

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