Banzer rät erneut zur Impfung

Wiesbaden (dpa) ‐ Gesundheitsminister Jürgen Banzer (CDU) hat erneut an die Hessen appelliert, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. „Aber: es bleibt ein freiwilliges Angebot. Es besteht keine Impfpflicht“, sagte Banzer gestern im Landtag in Wiesbaden.

Inzwischen sei das Virus bei Zehntausenden Menschen in ganz Deutschland festgestellt worden. „Die Dunkelziffer ist enorm und schwer abschätzbar“, erklärte Banzer. 21 Todesfälle stünden im Zusammenhang mit der Erkrankung. In Hessen seien mit Stichtag 13. November knapp 3300 Erkrankungen gemeldet worden, sagte Banzer. Ein Todesfall hänge möglicherweise mit der Schweinegrippe zusammen. „Inzwischen kann aus den gemeldeten Zahlen keine realistische Lageeinschätzung mehr abgelesen werden.“ Das Meldesystem wurde vor kurzem geändert; seitdem sollen Ärzte keine Verdachtsfälle mehr melden, sondern nur noch laborbestätigte oder Todesfälle.

30 Prozent der Menschen sollen sich impfen lassen

Ziel der Impfaktion sei es nach wie vor, dass sich etwa 30 Prozent der Bevölkerung gegen das Virus impfen lassen, sagte Banzer. Er räumte Lieferprobleme des Impfstoff-Herstellers ein, bei dem Hessen bestellt habe. Leider habe die Firma nicht die in den Raum gestellte Menge pro Woche annähernd eingehalten, sagte Banzer. „Wir bekommen nur die Hälfte der in Aussicht gestellten Impfdosen.“ Grund sei, dass der Hersteller den Impfstoff langsamer als gedacht herstellen könne.

FDP-Fraktionschef Florian Rentsch warnte vor Hysterie, aber auch vor einem allzu sorglosen Umgang mit der Erkrankung. Die Grünen-Abgeordnete Kordula Schulz-Asche kritisierte ein „Kommunikationsdesaster“, das für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt habe. Der SPD-Abgeordnete Thomas Spies sprach von einem „ordentlichen Management“.

Quelle: op-online.de

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