Johannes Baron wird Nachfolger von Gerold Dieke als Regierungspräsident in Darmstadt.

Ein Baron für 3,8 Millionen Menschen

Johannes Baron (links) ist gestern von Innenminister Volker Bouffier (CDU/Mitte) offiziell in sein Amt als neuer Regierungspräsident des Regierungsbezirkes Darmstadt eingeführt worden. Sein Vorgänger Gerold Dieke geht nach zehn Jahren in diesem Amt in den Ruhestand.

Darmstadt - (dpa/mic) Hessens größter Regierungsbezirk Darmstadt hat einen neuen Chef: Johannes Baron übernahm bei einer Feierstunde im Darmstädter Staatstheater gestern das Amt des Regierungspräsidenten.

„Sie haben einen Regierungsbezirk, der ungeheuer spannend und dynamisch ist“, sagte Innenminister Volker Bouffier (CDU) vor etwa 950 Gästen, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden. Gekommen waren auch viele Mitarbeiter. Baron war zuvor Erster Stadtrat in Kelkheim im Taunus. Der 43-Jährige ist in Darmstadt der zehnte Regierungspräsident.

Zugleich wurde Barons Vorgänger Gerold Dieke nach zehn Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Bouffier sagte, der 66-Jährige habe sich Anerkennung und Respekt erworben. „Sie und Ihre Art haben der Behörde gut getan. Sie haben ihr ein Gesicht gegeben.“ Auch die personelle Verschlankung sei gut bewältigt worden.

Das Regierungspräsidium ist für 3,8 Millionen Menschen in Südhessen zuständig. Bouffier bezeichnete den Bezirk als eine „Lokomotiv-Region mit besonderen Herausforderungen“. Gerade bei Projekten wie dem Ausbau des Frankfurter Flughafens, der ICE-Trasse von Frankfurt nach Stuttgart oder der Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger müsse immer wieder ein „Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie“ gefunden werden.

Für das Erreichen dieses Konsenses bringe Baron „hervorragende Voraussetzungen mit“, sagte Bouffier. Anders als Dieke - dieser war von 1987 bis 1999 Geschäftsführer der Entwicklungshilfe-Organisation GTZ - sei Baron kommunalpolitisch verankert. Diese Erfahrungen befähigten ihn dazu, „zwischen höchst unterschiedlichen Interessen eine Lösung zu finden“.

Baron warb um das Vertrauen der rund 1600 Mitarbeiter des Regierungspräsidiums. „Wer glaubt, alleine führen zu können, der liegt daneben.“ Als Ziel gab er vor, „das hohe fachliche Niveau der Mitarbeiter mindestens zu halten“. Nach dem Ende der Wirtschaftskrise würden Fachleute gebraucht für schnelle Genehmigungsverfahren. Allerdings könne auch er Einschnitte nicht ausschließen. „Ich kann nicht versprechen, dass nicht gespart werden muss.“

FDP-Mann und Diplom-Politologe Baron zögerte nicht sehr lange, als seinerzeit der Vorsitzende der hessischen FDP, Jörg-Uwe Hahn, bei ihm wegen der Amtsübernahme anklopfte. „Ich habe mir das recht zügig überlegt“, erzählte Baron in einem Interview, „und mich noch am selben Tag entschieden“. Die Entscheidung, als Regierungspräsident nach Darmstadt zu gehen, bedeutete wegen potentieller Konflikte allerdings das Aus für seine kommunalpolitischen Ämter als FDP-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Main-Taunus und in der Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbands.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare