Die Batschkapp zieht nach Seckbach um

Institution in neuer Hülle

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Hier spielt künftig die Musik. Die Konzerthalle der neuen Batschkapp in Seckbach.

Frankfurt - Plötzlich ging es ganz schnell. Zögerliche Gedankenspiele, eigentlich noch einmal die Batschkapp in Eschersheim vor ihrem Wegzug besuchen zu müssen, waren Ende vergangener Woche mit einer Nachricht beendet. Von Christian Riethmüller

Ab dem heutigen Dienstag werden die Konzerte und Diskos des legendären Frankfurter Clubs am neuen Standort in der Gwinnerstraße im Stadtteil Seckbach veranstaltet. Nostalgikern, die seit den späten 1970er Jahren in der Maybachstraße ihre Jugend verschwendeten, bleibt also nur der Silvesterabend, um noch einmal die alte Batschkapp geöffnet vorzufinden. Die Party mit dem Titel „Der Knall“ richtet sich allerdings an die Gothic-Szene und weniger an jene Rhein-Mainer, die in der Batschkapp mit Indie-Rock, Punk, New Wave oder Hip Hop sozialisiert worden sind.

Die Offenbach-Post-Redaktion erinnert sich an die alte Batschkapp

Batschkapp-Chef Ralf Scheffler

Weil es doch eine ganze Menge Leute sind, die mit der Batschkapp geliebte Erinnerungen verbinden, hob ein allgemeines Klagen an, als vor etwa einem Jahr konkret wurde, dass der Club nach 37 Jahren die Maybachstraße verlassen wird, um ins mit der U-Bahn gut zu erreichende Seckbacher Industriegebiet zu ziehen. Batschkapp-Chef Ralf Scheffler hatte zwar schon viele Jahre zuvor angefangen, nach einem neuen Quartier für das Musiklokal zu suchen, doch lange Zeit nichts gefunden. Als die Entscheidung anstand, viel Geld in das in Besitz des Batschkapp-Vereins befindliche Gebäude in Eschersheim zu investieren, tat sich die Möglichkeit auf, eine alte Industriehalle in der Gwinnerstraße zu beziehen. Die Stadt Frankfurt bot der Batschkapp an, das weitläufige Gelände mit Halle, Verwaltungsgebäude und etlichen Parkplätzen, langfristig zu pachten (15 Jahre plus Option auf weitere 15 Jahre). Wo früher die Zimmer AG tätig war, sollte fortan die Musik spielen.

Die einstige Produktionshalle ist in den vergangenen Monaten zur Konzerthalle umgebaut worden. Die Innenwand ist gedämmt und die Außenwand mit einer Blechwand verkleidet worden, um so viel Lärm wie möglich zu schlucken. An der Gwinnerstraße gibt es zwar allenfalls einige Hausmeisterwohnungen, doch die Batschkapp-Macher wollten auf der sicheren Seite sein. Gut 2,5 Millionen Euro haben die Club-Betreiber in den Umbau gesteckt. Die Kosten sollen mit dem Verkauf des alten Grundstücks refinanziert werden. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding wird als Interessent für das Gelände genannt.

Shantel eröffnet die neue Batschkapp

Shantel eröffnet die neue Batschkapp

Gewonnen hat die Batschkapp auf jeden Fall an Kapazität. Die neue Halle fasst 1500 Besucher, während in der alten „Kapp“ nur (offiziell) 400 Gäste Platz finden durften. Die neue, sehr minimalistisch gehaltene Halle kann abgehängt werden, hat eine schicke Empore und gleich vier Bars, dazu ein großzügiges Foyer mit Garderobe und in den Toiletten genügend Platz auch bei größerem Ansturm. Heute Abend kann die neue „Kapp“ erstmals getestet werden. Shantel und sein Bucovina Club Orkestar spielen ab 21 Uhr das Eröffnungskonzert.

Quelle: op-online.de

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