Baustart für das „Skyline Plaza“

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Blick in die Gegenwart: So sieht es derzeit noch aus auf dem Bauplatz im Europaviertel.

Frankfurt - Ob da der Einzelhandel in der Frankfurter Innenstadt und im näheren Umland ohne Blessuren davonkommt? Mit dem ersten Spatenstich haben gestern auf dem Areal des Europaviertels an der Messe die Bauarbeiten am „Skyline Plaza“ begonnen. Von Michael Eschenauer

Zurückgehend auf die Pläne für ein „Urban Entertainment Center“ Mitte der 90er Jahre soll hier ein Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von 38.000 Quadratmetern entstehen. Vom anfänglichen Ziel, hier eine Kultur-Attraktion anzubieten, ist man abgekommen. Jetzt ersetzt frei nach Andy Warhol der Konsum die Kultur. Der Komplex mit 180 Fachgeschäften, Cafés, Restaurants und Dienstleistungsbetrieben kostet gemeinsam mit einem ebenfalls hier entstehenden Kongresszentrum 360 Millionen Euro.

Im Herbst 2013 soll das „Skyline Plaza“ mit 180 Geschäften an der Frankfurter Messe eröffnet werden.

„Nein, wir wollen hier niemanden schwächen“, beteuerte gestern Bernhard Hansen, Geschäftsführer des Immobilienentwicklers Vivico, der das „Plaza“ gemeinsam mit ECE, dem europäischen Marktführer beim Betreiben von Einkaufszentren, das Projekt schultert. Für Frankfurt sei es notwendig, die ins Umland abwandernden Konsumentenströme zu binden. Das „Plaza“ komme am Ende dem gesamten lokalen Einzelhandel zugute. „Der Handel ist Motor und Mittelpunkt der Städte. Das ist seit einem halben Jahrhundert unsere Philosophie“, pflichtete gestern Gerhard Dunstheimer, Vize-Chef von ECE, bei. Die lange Vorgeschichte des Projektes zeige, dass man immer an die Idee geglaubt habe. Vivico und ECE kalkulieren mit einem Einzugsgebiet von 1,8 Millionen Menschen. Schwerpunkt des Ladensortiments sollen Bekleidung, Unterhaltungselektronik, Lebensmittel und Gastronomie sein. Man verfolge ein „mittelstandsfreundliches, regional geprägtes Vermietungskonzept“, so die ECE.
Was bis zur geplanten Eröffnung des Einkaufszentrums im Herbst 2013 hinter der Messe gebaut wird, ist nachgerade gigantisch. Es entstehen 750 000 Kubikmeter umbauter Raum. Frankfurts Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU), Vivico-Chef Hansen und ECE-Vize Dunstheimer setzten gestern symbolisch ihre Spaten an zu einem Projekt, für das zwei Jahre lang Tag für Tag das Raumvolumen eines normalen Einfamilienhauses „gemauert“ wird.

Bauherren des „Plazas“ sind ECE und Vivico. Management und Vermietung liegen in den Händen von ECE. Das „Skyline Plaza“, dessen mit Aluminiumlamellen verkleidete Fassade von den Reißbrettern des Frankfurter Architektenbüros Jourdan & Müller stammt, soll auch mit einem öffentlichen, 10 000 Quadratmeter großen Dachgarten die Besucher locken. Der Riesen-Hochsitz mit Skyline-Blick ist prägender Bestandteil des neuen Europaviertels im Westen Frankfurts. Auf der Fläche des alten Güterbahnhofs entsteht hier bis zum Jahre 2019 ein neues Stadtviertel mit Büros, Wohnungen sowie Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Das „Skyline Plaza“, in dessen unmittelbarer Nähe bereits der „Tower 185“ seiner Vollendung entgegengeht und in absehbarer Zeit ein 195 Meter messender Büroturm sowie ein 100 Meter hohes Hotel entstehen sollen, stelle ein Bindeglied zwischen Messe und Bankenviertel dar, betonte Architekt Jochem Jourdan. Der fast siebengeschossige Baukörper, der eine Kantenlänge von 300 mal 160 Meter aufweise, liege an zentralen Straßenachsen, erschlage nicht durch seine Ausmaße optisch die Nachbarschaft und mache Lust aufs Shoppen. Für die Besucher werden 2400 Parkplätze und 170 Fahrradstellplätze bereitstehen. Im Zuge des Ausbaues der U5 soll das Freizeit- und Einkaufszentrum direkten Anschluss an das Frankfurter U-Bahnnetz erhalten.

9000 Quadratmeter für Fitness-Center

Die Vermietung laufe planmäßig, erklärte Dunstheimer, ohne Quoten zu nennen. Der Branchenmix von Handel, Entertainment, Gastronomie und Wellness sei extrem attraktiv. Sicher ist: für den 9000 Quadratmeter großen Fitness- und Wellnessbereich hat man den Hamburger Betreiber „Meridian Spa“ als Mieter gewonnen. Diese Anlage sei das „mit Abstand größte Fitness-Center Frankfurts“, so Dunstheimer.

Neben dem Shopping-Center bildet ein räumlich getrenntes Tagungszentrum die zweite Säule des „Skyline Plazas“. Bis zu 2400 Menschen können sich hier treffen. Der größte Saal fasst 1000 Personen. Derzeit, so Vivico-Chef Hansen, liefen die Verhandlungen mit der Messe über den Betrieb und den Erwerb des Tagungs-Komplexes.

Das Europaviertel, in das groben Schätzungen zufolge 1,5 Milliarden Euro investiert werden, ist nach seiner Einschätzung Motor für Wirtschaft und Arbeitsmarkt der Region. So entstehen alleine im „Skyline Plaza“ 1200 dauerhafte Arbeitsplätze. Insgesamt sind es im gesamten Europaviertel 30.000.

Quelle: op-online.de

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