Zahl gegenüber Vorjahr konstant

Rund 750 Baustellen auf Hessens Straßen 2014

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Wiesbaden - Bröselnde Brücken, abgenutzter Asphalt, teure Tunnel: Auf den Autobahnen, Landes- und Bundesstraßen in Hessen gibt es auch 2014 Einiges zu reparieren und zu bauen – mitunter zum Leidwesen der Autofahrer, die zunächst mal weniger gut vorankommen.

Etwa 750 Bauprojekte stehen zwischen Kassel und Heppenheim auf dem Programm von Hessen Mobil, ähnlich viele wie im Vorjahr. Einige davon laufen schon seit längerer Zeit, andere beginnen erst. Zu Letzteren gehören Arbeiten auf Abschnitten der Bundesstraßen 7 und 277 sowie auf den Landesstraßen 3120, 3035, 3410, 3234 und 3362.

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Bei diesen Projekten, die voraussichtlich im ersten Halbjahr 2014 in Angriff genommen werden, müssen Verkehrsteilnehmer mit Behinderungen rechnen. Genauer könne man den Start nicht einschränken, weil auch die Dauer des Winters eine Rolle spiele, sagte eine Sprecherin von Hessen Mobil, der ehemaligen Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung. Über den genauen Beginn und mögliche Umleitungen will die Behörde rechtzeitig informieren. Sie ist für das gesamte außerörtliche Straßennetz in Hessen zuständig, von der Kreisstraße bis zur Bundesautobahn. Nach Angaben der Sprecherin achtet Hessen Mobil darauf, dass die Auswirkungen der Baustellen auf den Verkehr „auf ein Minimum“ reduziert werden.

Einige Baustellen, die sich schon in der Vergangenheit auf den Verkehr auswirkten, werden dies wohl auch 2014 tun, zum Beispiel an der A 45. Dort werden zwischen dem Gambacher Kreuz und der nordrhein-westfälischen Landesgrenze die Talbrücken Lützelbach und Dorlar neu gebaut, das sind zwei von insgesamt 17 Brückenneubauten auf der Strecke, von denen bislang zwei fertig sind (Haiger und Windelbach). Die Bauarbeiten reichen von der geänderten Verkehrsführung und der Umleitung bis zur ganzen oder halbseitigen Sperrung von Straßen, auf denen der Verkehr dann mit Hilfe einer eigens aufgestellten Ampel geregelt wird.

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Für die hessischen Sozialdemokraten liegt der Bedarf aber erheblich höher: „Die Zahl von 750 Projekten klingt hoch, ist aber nicht ausreichend, um den Sanierungsstau bei den Straßen in Hessen zu beheben“, kritisierte SPD-Geschäftsführer Gert-Uwe Mende. Einer Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung zufolge stehe Hessen im Ländervergleich schlecht da, habe beispielsweise die höchste Zahl sanierungsbedürftiger Brücken. Die Kosten für den Sanierungsbedarf bei Autobahnen, Bundesstraßen, Landesstraßen und kommunalen Straßen liegt laut SPD bei vier Milliarden Euro, es bestehe erheblicher Nachholbedarf: „Da der schwarz-grüne Koalitionsvertrag nichts über die Höhe der Mittel für den Landesstraßenbau aussagt, ist nicht absehbar, dass es hier zu einem nennenswerten Abbau des Sanierungsstaus kommt“, so die SPD.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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