Bedeutsamer Nachtsprung

+
Sieben Leser durften hautnah beim Beladen des Frachtfliegers dabei sein.

Frankfurt - Turbinen dröhnen, Kerosindämpfe stechen in der Nase, Hebebühnen wuchten Paletten voller Pakete. Die Frachtarbeiter der Lufthansa Cargo am Frankfurter Flughafen leisten Höchstarbeit, um die Ladung rechtzeitig in das startbereite Flugzeug zu befördern. Von Dana Moser und Simone Buser

Zum deutschlandweiten „Tag der Logistik“ öffnete auch in diesem Jahr die Lufthansa Cargo wieder ihre Türen für interessierte Besucher. Bei einer exklusiven Führung über das Flughafengelände und durch die Frachthallen waren dieses Mal sieben Leser unserer Zeitung dabei. „Über 200 Mal habe ich angerufen“, sagt Heinz Keim, „und die Mühe und Geduld haben sich gelohnt, ich habe gewonnen!“ Bei dem dreistündigen Rundgang bekamen die Gewinner unserer Telefonaktion einen Einblick in die Welt des Luftfrachtverkehrs.

Rund 380 Piloten und 18 Flugzeuge vom Typ MD-11 sind für die Lufthansa Cargo im Einsatz und bewegen durchschnittlich 20.000 Tonnen Fracht pro Woche. Für diese Arbeit wurde das Unternehmen kürzlich mit dem „Cargo Airline of the Year Award“ als weltweit beste Frachtfluggesellschaft ausgezeichnet.

Fotostrecke des Besuchs bei der Lufthansa

Leser besuchen Lufthansa Cargo am „Tag der Logistik“

Eine gute Organisation der Logistik ist unentbehrlich, denn per Luftfracht werden auch besonders zeitsensible Güter befördert. Gerade der „Nachtsprung“ ist unter anderem für Tageszeitungen als „schnellverderbliche Ware“ von immenser Bedeutung. „Direkt nach dem Vordruck werden die Blätter via Luftfracht mit der Abendwelle zwischen 20 Uhr und 21 Uhr ausgeflogen“, berichtet Helmut Pfuhl, pensionierter Frachtbetriebsleiter. „Bereits am nächsten Morgen stehen sie dann weltweit in den Regalen der Zeitungshändler.“

„Ein Frachtflugzeug zu beladen ist wie Puzzlespiel“, erklärt Pressesprecher Michael Göntgens. „Ein Mensch ist irgendwie genormt, Fracht hingegen kann von einer kleinen Schraube über Textilien bis hin zu einem Nashorn alles sein.“

Rauschgift- und Sprengstoffhunde werden eingesetzt

Deshalb herrschen in den Frachthallen der Lufthansa Cargo hohe Sicherheitsstandards. Zoll-Ermittler setzten vor allem bei Flügen aus Südamerika Rauschgift- und Sprengstoffhunde ein. Bei Tiertransporten sind außerdem immer Fachärzte anwesend, die sich um die Gesundheit der Tiere während des Transports bemühen.

„Hätte ich früher gewusst, was in der Flughafenstadt so alles los ist, dann würde ich heute hier in Frankfurt arbeiten“, erzählt Ilka Wrasmann aus Rodgau während der Führung begeistert. „Ich finde es toll zu sehen, wo alles herkommt, wie das Innenleben des Flughafens aussieht, nicht nur als Passagier.“

Die größte Begeisterung kam auf, als Kapitän Fokko Doyen die Gruppe ins Cockpit führte und dort Rede und Antwort stand. Heinz Keim erzählt hier, dass er schon als kleines Kind Pilot werden wollte und nun glücklich ist, endlich mal in einem echten Cockpit gesessen zu haben.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare