Befriedigung und Prinzip Hoffnung

Dietzenbach - (mic/isi) „Die 49,1 Prozent, die Oliver Quilling bereits im ersten Versuch erzielt hat, sehe ich als übermäßig große Chance auf einen Sieg am 11. Oktober.“ Sehr befriedigt hat der Vorsitzende der Kreis-CDU, Peter Walter, gestern Morgen das Abschneiden des eigenen Kandidaten bei der Landratswahl am Sonntag kommentiert.

Er sei überzeugt, dass der Neu-Isenburger Bürgermeister den Posten holen werde. Quilling hatte, wie berichtet, die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Sein Konkurrent von der SPD, Carsten Müller, kam auf 35,9 , der Liberale Daniell Bastian auf 14,5 Prozent. Auch für die beiden siegreichen Direktkandidaten bei der Bundestagswahl den Wahlkreisen 185, Peter Wichtel, und 187, Patricia Lips, gab es seitens der Parteiführung viel Lob. Wichtel habe bei seinem ersten Auftritt gegen die langjährige Bundestagsabgeordnete der SPD, Uta Zapf, „überragend abgeschnitten“. Walter bescheinigte Lips in einen „sehr komplexen Wahlkreis“ einen „überragenden und überzeugenden Wahlkampf“.

Nicht ganz einfach wird nach Einschätzung des CDU-Kreischefs die Mobilisierung der CDU-Anhängerschaft bei der Stichwahl um den Posten des Landrates gegen SPD-Mann Müller. Im schlimmsten Fall droht eine Wahlbeteiligung um die 30 bis 35 Prozent. Walter und Kandidat Quilling zeigten sich aber überzeugt, genug Wählerstimmen binden zu können.

Beim nächsten Wahlgang werden die Karten neu gemischt

 „Im Landratswahlkampf hatte das bürgerliche Lager zwei Kandidaten“, argumentierte Quilling. Diese Aufsplitterung der Stimmen hofft er im zweiten Wahlgang zugunsten der Christdemokraten überwinden zu können. Er taxiert sein Potential auf bis zu 65 Prozent. Trotzdem betonte er: „Die Karten werden neu gemischt“. Einfach werde es wahrscheinlich nicht, die Menschen erneut an die Wahlurne zu bringen.

Walter sprach von sehr differenzierten und vielschichtigen Wahlergebnissen auf Kreisebene. Das gute Abschneiden von FDP-Mann Bastian im Ostkreis - hier kam der Liberale auf Werte von 18,3 Prozent in Hainburg, 20,6 Prozent in Mainhausen und 26,1 Prozent in Seligenstadt - rühre vor allem daher, dass der Konkurrent hier eine höhere Mobilisierungsquote erzielt habe. Dort werde nach dessen Ausscheiden aus der Wahl eine Fülle bürgerlicher Stimmen frei.

Hoffmann gegen Schwab

Als bitter wurde das Scheitern von Anette Schweikart-Paul bei den Bürgermeisterwahlen in Rodgau bezeichnet. Ob man eine Wahlempfehlung für den SPD-Kandidaten Jürgen Hoffmann aussprechen werde, müsse noch beraten werden. Hoffmann tritt am 11. Oktober gegen den parteilosen Amtsinhaber Alois Schwab an. Ebenfalls bitter sei das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Mainhausen, wo sich Amtsinhaberin Ruth Disser (SPD) klar gegen den parteilosen Kandidaten der CDU, Bernd Kopetz, durchsetzte.

Leichenbittermienen hätte man zur nahezu gleichen Zeit im Rodgauer Stadtteil Weiskirchen erwarten können, wo die regionale SPD-Prominenz im Bürgerhaus erste Einschätzungen zum Wahlsonntag abgab. Doch freuten sich Uta Zapf, Carsten Müller und Jürgen Hoffmann lieber mit Ruth Disser über deren Wiederwahl und setzten ansonsten auf das Prinzip Hoffnung.

11. Oktober Stichwahl in Rodgau

Wie der in Rodgau ums Amt des Bürgermeisters kämpfende Hoffmann hat auch Landratsbewerber Carsten Müller in der Stichwahl am 11. Oktober eine weitere Chance, für die er sich noch einmal ins Zeug legen will. Urlaub für den Wahlkampf wie Hoffmann wird sich der Kreisbeigeordnete zwar nicht nehmen, doch will er jede Gelegenheit nutzen, für sich zu werben. Wie sein Mitbewerber Quilling hofft auch Müller auf die ein oder anderer Stimme aus dem Lager jener, die am Sonntag für FDP-Mann Bastian votierten.

 „Eine Wahlempfehlung der FDP wäre natürlich schön, doch hätte ich im Kreis nicht 35,9 Prozent der Stimmen geholt, wenn ich nur an der SPD kleben würde,“ gab sich Müller hoffnungsvoll, auch im bürgerlichen Lager punkten zu können.

Ungeachtet des Wahlausgangs am übernächsten Sonntag will Müller beim nächsten Parteitag des SPD-Unterbezirks im Dezember oder im Frühjahr 2010 ein Grundsatzpapier einbringen, wie künftig der Aufbau der SPD von kommunaler Basis aus aussehen sollte.

Quelle: op-online.de

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