VGF behält U-Bahn und Tram

Frankfurt (mic) ‐ Die stadteigene Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) wird auch in den kommenden 20 Jahren für den Betrieb von U-Bahnen und Straßenbahnen zuständig sein.

Der Darmstädter Regierungspräsident Johannes Baron (FDP) überreichte jetzt den VGF-Geschäftsführern Michael Budig und Werner Röhre die Konzessions-Urkunden. Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) seinen Grundsatzbeschluss zur wettbewerblichen Vergabe aller S-Bahn-Linien konkretisiert. Demnach werden zunächst in einem öffentlichen Teilnahmewettbewerb geeignete Eisenbahnverkehrsunternehmen gesucht, mit denen anschließend über die Einzelheiten der Verkehrsdienstleistungen verhandelt wird. Ab 2014 solle es „sichtbare Verbesserungen auf den Schienen des Rhein-Main-Gebietes“ geben, so der RMV.

Die Konzession an die VGF deckt sieben U- und acht Straßenbahnlinien ab. Über diese laufen 85 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt. Nach Angaben Budigs werden per Tram und U-Bahn pro Jahr über 150 Mio. Menschen befördert.

Konzessionen erfolgte jetzt direkt und ohne Wettbewerb

Noch vor wenigen Jahren war Frankfurt bundesweit dadurch bekanntgeworden, dass es als erste Großstadt eine Ausschreibung nach dem Vorbild der Privatwirtschaft für den Betrieb des Busnetzes durchgeführt hat. Die Vergabe der Straßenbahn- und U-Bahn-Konzessionen an die VGF erfolgte jetzt direkt und ohne Wettbewerb. Sie steht in Übereinstimmung mit EU-Recht.

Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Grüne) unterstrich, dass die VGF exakt die gleichen Leistungen erbringen müsse, wie man sie auch vom Sieger einer Ausschreibung verlangt hätte. Wichtig bei der Entscheidung, die Aufträge nicht mehr öffentlich auszuschreiben, sei auch die Überlegung, dass das über viele Jahre angehäufte Fachwissen im Bereich öffentlicher Nahverkehr nicht verloren gehen dürfe. Auch sei wichtig, dass der Magistrat und die Stadtverordneten als Vertreter der Bürgerschaft ihren Einfluss auf den öffentlichen Nahverkehr behielten. Hinzu komme, dass man erheblich investiert habe. Zum Beispiel habe die VGF bereits 146 neue U-Bahn-Wagen bestellt - pro Stück zwei Millionen Euro teuer. Die Entscheidung, die VGF weiter mit dem Betrieb von Straßenbahnen und U-Bahnen zu befassen, basiert auf einem Beschluss der Stadtverordneten. Die VGF arbeitet mit einem Kostendeckungsgrad von 90 Prozent.

Quelle: op-online.de

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