Mehr Arbeitsplätze für Behinderte in Hessen

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In Hessen sollen mehr Jobs für Behinderte entstehen.

Wiesbaden - In Hessen soll es mehr Jobs für Behinderte geben. Laut UN- und deutschem Recht haben sie gleiche Rechte. Das soll das nun auch in Hessen umgesetzt werden.

In Hessen sollen mehr Arbeitsplätze für Behinderte entstehen. „Menschen mit Behinderungen leisten schon heute einen wichtigen Beitrag in vielen hessischen Betrieben“, sagte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) heute in Wiesbaden. Er stellte mit Kultusministerin Nicola Beer (FDP) den „Aktionsplan der Landesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Hessen“ vor. Die Konvention ist seit 2008 in Kraft, sie soll Menschen mit Behinderungen gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Ende 2011 waren in Hessen 596 000 Menschen als schwerbehindert registriert - etwa jeder zehnte Einwohner.

Das Land gehe als Arbeitgeber mit gutem Beispiel voran, sagte Grüttner. „In der hessischen Landesverwaltung arbeiten mittlerweile 7,89 Prozent schwerbehinderte Menschen.“ Die gesetzliche Pflichtquote liegt bei fünf Prozent. Doch auch die Privatwirtschaft solle mehr Arbeitsplätze für Behinderte einrichten, forderte der Minister. Hessen verknüpfe als erstes Bundesland die Arbeitsmarktförderung mit dem Ziel, mehr Behinderten eine Beschäftigung zu geben.

Kritik von Behindertenverbänden

Als „wichtiges Signal“ begrüßte der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen den Plan der Landesregierung. „Viel wichtiger aber ist die schnelle Umsetzung aller im Aktionsplan vorgesehenen Maßnahmen“, sagte der VdK-Vorsitzende Udo Schlitt. Als besonders dringlich sah er die Inklusion im Bildungswesen, Barrierefreiheit und die Integration in den Arbeitsmarkt an. Mit Inklusion wird der gemeinsame Unterricht von nichtbehinderten und behinderten Kindern bezeichnet.

Vertreter anderer Behindertenverbände kritisierten nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“, sie seien bei der Erstellung des Aktionsplans übergangen worden. Außerdem stehe im neuen Schulgesetz der gemeinsame Unterricht behinderter und nichtbehinderter Kinder unter Haushaltsvorbehalt - dies sei nicht akzeptabel.

Kultusministerin Beer nannte Inklusion an den Schulen „Teil eines gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsprozesses“. Künftig sollten mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen unterrichtet werden. Dagegen solle der Anteil der Schüler, die Förderschulen besuchen, gesenkt werden.

dpa

Quelle: op-online.de

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