Studie stellt Hessen schlechtes Zeugnis aus

Behinderte Schüler benachteiligt

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Wiesbaden - Die Teilhabe behinderter Schüler an Regelschulen (Inklusion) kommt in Hessen nicht voran. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Zwar sei der Anteil von Förderschülern in Hessen, die eine Regelschule besuchen, in den vergangenen fünf Jahren von 11,0 auf 20,5 Prozent gestiegen. Damit liege Hessen jedoch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 28,2 Prozent.

Das Kultusministerium in Wiesbaden wies die Ergebnisse der Studie mangels Vergleichbarkeit zurück. Die Bedingungen für die Inklusion seien in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich, sagte Ministeriumssprecher Christian Henkes. Die Bertelsmann-Stiftung vergleiche bei dem Thema Äpfel und Birnen. Eigene Daten könne das Ministerium aber erst nach deren Vorlage im hessischen Landtag Anfang Mai vorlegen. Hessen setze „voll auf Prävention“, erklärte Henkes. So gebe es in vielen Fällen sonderpädagogische Unterstützung „auch ohne festgestellten Bedarf“. Mehr als 20 000 Schülerinnen und Schüler kämen in Hessen auf diese Weise in den Genuss besonderer Förderung - was in der Studie aber nicht berücksichtigt werde.

Der „Datenreport Inklusion“ der Bertelsmann-Stiftung kritisiert unter anderem auch den Fortbestand des „Doppelsystems“ von Sonder- und Regelschulen. Für den erhöhten Förderbedarf würden zudem zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen benötigt. „Bleiben dann auch noch die bisher vorhandenen Ressourcen im Förderschulsystem gebunden, ist die Inklusion in den Regelschulen ernsthaft gefährdet“, betonte Bertelsmann-Vorstand Jörg Dräger.

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dpa

Quelle: op-online.de

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