Bela goes Hollywood

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Bela B singt sich warm. Schließlich tritt er heute Abend bei der hr3@night auf und das im Frank-Sinatra-Style.

Frankfurt ‐ Das Wasserglas locker in der einen, das Mikro genauso leger in der anderen Hand. Vor ihm im kleinen Studio des Hessischen Rundfunks sitzen dicht gedrängt Bläser, Streicher, und es steht der Dirigent. Zwischendrin zieht Bela B lustige Grimassen. Von Kathrin Rosendorff

Der schwarz gefärbte Frontmann von den Ärzten macht bei den Proben am Freitag Nachmittag „ein bisschen auf Sinatra“ (so sagt er), als er und die 17-köpfige Bigband zu seiner eigentlich eher rockigen Nummer „Schwarz-Weiß“ swingen. Der Grund: Heute Abend (23 Uhr, Congress Center, Messe) tritt Bela B mit der hr-bigband bei der hr3@night auf. Der 47-Jährige heißt eigentlich Dirk Albert Felsenheimer.

Seinen Künstlernamen hat er sich von Dracula-Darsteller Bela Lugosi geliehen. Und das B stammt von Barney Geröllheimer aus den „Feuersteins“. Bela B ist einer der 50 Sänger, die man für nur 12 Euro zu sehen bekommt. „Flatrate Bela sozusagen“, scherzt er. 14 Songs aus seinen beiden Soloalben „Bingo“ und „Code B“ wird er singen. „Nein, nichts von den Ärzten, schließlich gibt es uns als Band ja noch“, erklärt er.

Ringe mit silbernen Totenköpfen

Bei Ärzte-Konzerten werden Ärzte-Lieder gespielt, bei seinen Soloauftritten nur eigene Bela-Songs. Da herrscht strikte Lieder-Trennung. Und Belas Titel kriegen jetzt mit der hr-bigband eine besondere Note: Ein letzter Tag“ erinnert jetzt beispielsweise an große Filmmusik.“ Elf Streicher sind extra für diesen Sound organisiert worden.

An seinen Fingern stecken Ringe mit silbernen Totenköpfen, einer hat Ohren wie Micky Maus. Sein Hemd ist hochgekrempelt, so dass die bunten Tattoos zum Vorschein kommen. Ansonsten trägt er eine schnieke Hose, die Haare sind für einen Punker brav gekämmt. „Für morgen putze ich mich noch mehr heraus“, kündigt er an. Aus dem Wasserglas-Dummy wird ein echtes Whiskyglas.

Neben Bela B treten bei der hr3@night unter anderem 2raumwohnung, Glashaus und  Revolverheld auf.

Der Eintritt für alle 50 Acts kostet nur 12 Euro inklusive Shuttle-Bus.

Von 20 Uhr bis 3 Uhr dauert die Nacht. Das gesamte Programm der hr3@night auf: www.hr3.de

Er will sich auch eine Zigarette anstecken, obwohl er vor Jahren mit Rauchen aufgehört habe. „Das passt einfach zu dieser Frank Sinatra-, Big Band-, Las Vegas-Stimmung.“ So ganz leicht war es nicht gewesen, Bela B zum Auftritt mit der hr-bigband zu verpflichten, erzählt Manfred Honetschläger, der Dirigent. Er hat die Lieder für den Auftritt arrangiert. „Aber jetzt mag ich die Version total“, sagt Bela B. „Anfragen hatte ich schon mehrere, auch von anderen Bigbands, aber irgendwie hat mir immer die Zeit oder die Lust gefehlt.“ Im November 2009, als Bela im Offenbacher Capitol auftrat, hat ihn Honetschläger Bedenkzeit gegeben. „Bis Januar musste ich zusagen“, sagt Bela B und irgendwie hatte er auch Lust. Möglicherweise ist Bela mit 47 Jahren einfach seriöser unterwegs? Schließlich ist nunmehr Vater eines kleinen Sohnes. Aber über sein Privates redet er ungern, lieber über Musik. Dann fragt er sich, ob die Zuschauer heute „artig sitzen und klatschen“ oder doch in Ärzte-Konzert-Manier wild durcheinander pogen.

Quelle: op-online.de

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