Beleidigungen gegen Kontrolleure nehmen zu

Parksünder werden ruppiger

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Einen Frankfurter Parksünder hat’s erwischt.

Offenbach - Weil 2013 Strafzettel fürs Falschparken teurer geworden sind, sind auch die Knöllcheneinnahmen in einigen hessischen Städten gestiegen. Ausnahme: Frankfurt. Gerade dort aber haben die verbalen Reaktionen der Parksünder zugenommen. Von Fabian El Cheikh

Eine statistische Erhebung zu Beschimpfungen gibt es zwar nicht. „Die Kollegen schildern aber immer wieder ihren subjektiven Eindruck, dass die Aggressivität ihnen gegenüber zunehme“, teilte ein Sprecher der Stadt Frankfurt mit. Vereinzelt sei es auch zu tätlichen Übergriffen gekommen. Schmunzeln mussten die Beamten allerdings, als ein erwischter Autofahrer fragte, ob man die Verwarnung rückgängig machen könne, wenn er die Tat bereue. Ob die Ruppigkeit der Parksünder dafür sorgte, dass die Kontrolleure möglicherweise zaghafter vorgingen, darauf gab die Stadt keine Antwort. Fest steht: Die Knöllchen-Einnahmen sind in Frankfurt gesunken.

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Zwischen Januar und November nahm man 9,25 Millionen Euro ein, 400.000 Euro weniger als im Vorjahr. Das ist überraschend, da zum 1. April bundesweit die Bußgelder für viele Parkvergehen um fünf Euro angehoben wurden. Diese Verteuerung ist auch der Grund, warum Offenbach bei gleichbleibender Knöllchenanzahl mehr Strafgelder von Parksündern kassierte. Laut Ordnungsamtsleiter Peter Weigand hat die Stadt 1,698 Millionen Euro eingenommen, 1,442 Millionen waren es ein Jahr zuvor.

Insgesamt herrsche auf Offenbacher Straßen „der ganz normale Wahnsinn“. Viele Mitarbeiter drückten letztlich ein Auge zu, so sie beschimpft würden. „Nur in extremen Fällen, wenn die Person völlig unbelehrbar ist, kommt es zur Strafanzeige. Das war letztes Jahr zwei oder drei Mal der Fall.“ Auch in Rodgau bemerkten die Mitarbeiter ein wachsendes verbales Aggressionsverhalten der Verkehrsteilnehmer, teilte eine Stadtsprecherin mit. „Anzeigen konnten aber durch das deeskalierende Verhalten der Ordnungspolizisten verhindert werden.“ Ähnliches berichtet Kassel: Dort musste jedoch in einigen Situationen die Polizei gerufen werden.

In Hanau kommen tätliche Übergriffe zwei bis viermal im Jahr vor, so die Stadt. Dann würden Mitarbeiter geschubst oder „ihnen wird auch mal die Dienstmütze vom Kopf gefegt“, heißt es. Gesitteter geht es nach einer Recherche unserer Zeitung in Langen zu. „Keine besonderen Vorkommnisse“, wird von dort vermeldet. Friedlich ist es auch im Mittelhessischen: In Marburg etwa habe es nur eine Beleidigung gegeben, bilanzierte die Kommune. 460.000 Euro nahm sie mit Knöllchen ein – 14.000 Euro mehr als 2012. In Wiesbaden lagen die Einnahmen aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs wie schon im Vorjahr bei rund 2,5 Millionen Euro. Konstant blieb auch die Zahl der Beleidigungen und Angriffe gegen die Ordnungspolizisten.

Einfallsreich oder schlicht gelogen

Einfallsreich oder schlicht gelogen

Wie teuer eine Beleidigung werden kann, zeigt der Fall Bushido vor zwei Jahren: Der Rapper musste 19.500 Euro Geldstrafe zahlen, weil er einen Berliner Ordnungsbeamten als Idioten beschimpft hatte. Der Musiker hatte sich geweigert, 15 Euro für eine Verkehrssünde zu zahlen. In Frankfurt musste 2012 ein Arzt 3500 Euro an eine Kinderhilfseinrichtung zahlen. Er hatte die Besatzung eines Rettungswagens als Idioten beleidigt, weil sie im Einsatz die Straße blockierte.

Quelle: op-online.de

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