„Beratungsangebot in Offenbach weiter ausbauen“

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Bürgermeisterin Birgit Simon.

Offenbach - Nur die wenigsten älteren Mitbürger möchten ins Seniorenheim ziehen, und viele sind so fit, dass sie ihre Vorstellungen und Wünsche für das Wohnen im Alter einbringen möchten. Doch können sich viele Rentner ihre Wohnungen in Zukunft überhaupt noch leisten? Von Peter Schulte-Holtey 

Eine Untersuchung warnt vor den Folgen wachsender Altersarmut. Interview mit Offenbachs Bürgermeisterin Birgit Simon:

Ist die vom Prestel-Institut prognostizierte Zahl von 2300 Rentnern, die 2020 in Offenbach auf die sogenannte staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen sind, für Sie nachvollziehbar?

Der aktuelle Sozialbericht für das Jahr 2010 geht von über 1500 Personen über 64 Jahre aus, die von Grundsicherung leben. Gegenüber 2006 hat die Zahl um über 13 Prozent zugenommen. Angesichts der demographischen Struktur ist die genannte Entwicklung bis 2020 zu erwarten.

Worauf muss sich die Stadt Offenbach nun einstellen? Reicht der vorhandenen Wohnraum für diese Zielgruppe?

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Dramatische Wohnungssuche

Der Anteil an seniorengerechten Wohnungen muss auf alle Fälle ansteigen. Barrierefreiheit und eine seniorengerechte Infrastruktur sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass alte Menschen möglichst lange selbstständig in ihrer Wohnung leben können. Ein entsprechendes Beratungs- und Unterstützungsangebot der Stadt ist vorhanden und muss weiter ausgebaut werden. Da Offenbach viele Migrantinnen und Migranten hat, die zunehmend ihren Lebensabend hier im Kreis der Familie verbringen möchten, sind auch für diesen Personenkreis gute Lösungen gefragt; mehr große Wohnungen mit entsprechendem Platzangebot oder neue Formen generationenübergreifenden Wohnens, wo Senioren und die Familien ihrer Kinder räumlich nah in eigenständigen Wohneinheiten leben.

Was sind die Gründe für Altersarmut?

Sie hat ihre häufigste Ursache in den Besonderheiten heutiger Berufsbiographien: Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit aufgrund von Arbeitslosigkeit sowie ein zu geringes Einkommen, da es keine Mindestlöhne gibt. Dies führt dazu, dass nicht ausreichend in die Rentenkasse eingezahlt wird.

Quelle: op-online.de

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