Beratungsprojekt macht Studienabbrechern Mut

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Frankfurt - Ein Studienabbruch wird in vielen Köpfen immer noch als mittelschwere Katastrophe angesehen. Doch der Anteil der Studienabbrecher steigt seit Jahren. Inzwischen verlassen mehr als 35 Prozent der Studenten die Universitäten ohne Abschluss. Von Lara Sturm

An Fachhochschulen sind es etwa 19 Prozent. Ist die Angst vor der Lücke im Lebenslauf noch berechtigt?.

Die Zentrale Studienberatung der Fachhochschule Frankfurt hat mit dem Hochschulteam der Agentur für Arbeit und der IHK-Frankfurt ein Beratungsprojekt für Studierende mit Zweifeln entwickelt. Beratungsangebote für Studenten und Studienabbrecher gab es schon zuvor. „Neu ist die bessere Vernetzung, wir können nun auf konkrete Ansprechpartner verweisen“, erklärt Detlev Buchholz, Präsident der Fachhochschule. Auf einem Info-Flyer wird unter dem Motto „Bin ich im Studium richtig? – Wenn nicht, was dann?“ Hilfe angeboten. „Wir möchten die Studierenden natürlich nicht auffordern, das Studium abzubrechen. Aber nicht jeder eignet sich zu einem Studium“, stellt Karl-Heinz Huth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt, klar. „Uns ist es ein besonderes Anliegen, frühzeitig Alternativen anzubieten“, ergänzt Buchholz. Sei es durch einen Studienwechsel oder die Vermittlung einer Ausbildung.

Abbruch nicht das Aus für alle Karrierechancen

Dafür, dass ein Abbruch nicht das Aus für alle Karrierechancen bedeutet, steht als eines von vielen Beispielen Natascha Bruscino. Sie merkte im 3. Semester, dass sie mit Pädagogik eine „ganz ganz falsche Wahl“ getroffen hatte. Dennoch blieb sie noch ein Jahr länger eingeschrieben. „Ich hatte Angst vor einem Abbruch.“ Erst als sie begann, sich für die IT-Branche zu interessieren, schüttelte sie die Angst ab. Die IHK vermittelte ihre eine duale Ausbildung zur IT-Systemelektronikerin. Heute arbeitet sie bei einem Softwareunternehmen und ist „sehr glücklich“ mit ihrer Berufswahl. Dennoch wurde ihr bei jedem Bewerbungsgespräch die Frage nach dem Studienabbruch gestellt. Ein Manko?

Nicht, wenn es nach Michael Krieger, Vorsitzender des IHK-Berufsbildungsausschusses, geht: „Studienaussteiger sind bei den Unternehmen willkommen, denn sie wissen, was sie nicht wollen und somit auch, was sie wollen.“ „Wir können es uns in der heutigen Zeit des Fachkräftemangels nicht leisten, auch nur einen jungen Menschen zu verlieren.“ Also gilt, lieber andere Wege suchen, als ein Studium unglücklich durchziehen.

Quelle: op-online.de

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