Wrackteile des Hubschraubers werden geborgen

+
Die Hauptabsturzstelle soll etwa 500 mal 500 Meter groß sein, erzählen patroullierende Feldjäger der Bundeswehr.

Viernheim/Heidelberg - 400 Meter von der Autobahn 67 entfernt ist gestern bei Viernheim ein amerikanischer Armee-Hubschraubwer vom Typ Black Hawk UH 60 abgestürzt. Die Bergungsarbeiten dauern noch immer an.

Hintergrund:

Der Transporthubschrauber Black Hawk UH-60 ist eine Art Allzweckwaffe der US-Armee. Die Maschine kann bis zu elf voll ausgerüstete Soldaten an die Front bringen oder Verletzte ausfliegen. Der Black Hawk kann aber auch zum Kampfhubschrauber umgebaut werden. Neben dieser Vielseitigkeit ist er gegen Beschuss gut gepanzert, leicht zu reparieren und bei fast jedem Wetter einsetzbar. Der Helikopter des Herstellers Sikorsky fliegt seit mehr als 30 Jahren für die US-Armee. Der Hubschrauber hat üblicherweise drei Besatzungsmitglieder und erreicht Geschwindigkeiten von 280 Kilometer pro Stunde.

„Gott sei Dank ist er da nicht draufgefallen“, sagt Revierförster Volker Harres. Am Mittwochabend ist ein Wrackteil des US-Hubschraubers, dessen drei Insassen alle ums Leben kamen, mitten im Wald auf einen Weg gekracht. Einen Tag danach passt dort der 53-jährige Förster auf, dass kein Unbefugter zu weit herankommt. „Das ist alles militärisches Sperrgebiet.“ Überall hängen entsprechende Schilder.
Die Unfallstelle ist weiträumig abgesperrt und ungewöhnlich stark bewacht. Es riecht beißend nach Kerosin. Einzelne Baumwipfel sehen wie abrasiert aus, mittendrin steht eine große Lampe, mit der der Bereich bei Dunkelheit ausgeleuchtet werden kann. Beim Absturz fing der Hubschrauber Feuer. Der Helikopter war auf dem Weg zum US-Flugplatz der Coleman Barracks bei Mannheim. Feldjäger der Bundeswehr patrouillieren. Sie sind mit schweren Fahrzeugen und großen Zelten im Wald.

„Die Amerikaner halten sich bedeckt“

US-Soldaten verscheuchen jeden, der selbst nur von weitem einen Blick werfen will. „No pictures (zu deutsch: Keine Bilder!)“, ruft eine Soldatin. Einsatzkräfte tragen Leichensäcke. Andere machen Fotos, messen nach, wie viele Meter die Trümmerteile des Hubschraubers voneinander entfernt liegen. Die Hauptabsturzstelle soll etwa 500 mal 500 Meter groß sein, erzählen Feldjäger - und verweisen wie die Polizei für jede weitere Informationen an die US-Streitkräfte, die sich aber zurückhalten. „Das ist eine ziemlich große Baustelle“, meint Förster Harres.

Der Transporthubschrauber Black Hawk UH-60 ist eine Art Allzweckwaffe der US-Armee.

Die Trümmerteile waren am Mittag noch nicht abtransportiert, wie Feldjäger berichten. Was mit den Leichen genau ist, ist nicht zu erfahren. „Die Amerikaner halten sich bedeckt“, sagt Harres. Tiefe Spuren von Autoreifen auf den aufgewühlten Waldwegen lassen vermuten, dass hier nach dem Absturz bei Dunkelheit und Regen eine Menge Einsatzfahrzeuge unterwegs waren. „Es sah schon etwas apokalyptisch aus“, erzählt der Förster. Sogar Schaulustige seien mit ihren Autos an die Absturzstelle gekommen. „Manche haben sich festgefahren.“

Quelle: op-online.de

Kommentare