Zapfsäule anderer Art

Bier statt Benzin: Besondere Tankstelle

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In einer früheren Tankstelle brauen Sascha Reifenberg (l.) und Georg Schmidt Bier.

Frankfurt - Es sieht noch alles ganz frisch aus. Paletten mit leeren Bierflaschen stapeln sich auf dem Boden, Bierkästen und Pappkartons stehen in einer Ecke, ein Mann klebt Etiketten auf dunkle Flaschen mit Bügelverschluss. Im Hintergrund brummt laut die Kühlanlage. Von Robyn Schmidt

Trotzdem ist es nicht ungemütlich. Im Gegenteil, die Brauerei BrauStil am Oeder Weg im Frankfurter Nordend hat eine besondere Atmosphäre. Das mag daran liegen, das hier seit der Eröffnung am 18. Januar auf kleinem Raum von gerade einmal 30 Quadratmetern Bier gebraut, verkauft und getrunken wird. Der wahre Clou aber ist der Ort selbst: BrauStil hat sich in einer ehemaligen Tankstelle angesiedelt. Wo früher Benzin gezapft wurde, fließt heute nur noch Bier. Gäste können im alten Kassenhäuschen ihr Bier genießen, während hinter der Theke gebraut wird. Im Sommer kann man sich in einen kleinen Biergarten setzen. Der findet sich dort, wo früher die Zapfsäulen standen.

Derzeit bietet BrauStil vier verschiedene Biere an: Bernstein-Premium, Helles, Hefeweizen und ein dunkles Lager. Das Sortiment wechselt allerdings ein- bis zweimal im Monat. Nicht umsonst verwendet Mitgründer Georg-Augustin Schmidt häufig das Wort „Sortenvielfalt“. „Zwar haben wir jetzt zu Beginn eine allgemeinere Auswahl, aber im Laufe der Zeit wollen wir auch ausgefallenere Sorten für Bierliebhaber anbieten“, sagt Schmidt. Die nächste Sorte lagert schon in den Tanks, welche es ist, will Schmidt aber noch nicht verraten.

Auch von „Qualität“ und „Bierkultur“ spricht Schmidt gern. „BrauStil ist einzigartig. Wir sind zwar klein, bieten dafür aber höchste Qualität“, sagt Schmidt. Das erreichen er und sein Partner, Braumeister Sascha Reifenberg, dadurch, dass sie ihr Bier überwiegend aus Rohstoffen in Bioqualität aus der Region per Hand herstellen. Das Endprodukt ist unfiltriert, naturtrüb und enthält viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralien, die bei anderen Bieren in der Herstellung oft verloren gehen. Gäste können Reifenberg beim Brauen zuschauen, Sudkessel und Flaschenfüller stehen direkt hinter der Theke. In Zukunft sollen Besucher auch eine Führung durch die gesamte Brauerei mitmachen können.

Wer vom Bier hungrig wird kann nebenan beim Feinkostladen „Wild Schmidt“ vorbeischauen, der mit BrauSil zusammenarbeitet. Ihr Brotzeit können Gäste auch bei einem Bier im Biergarten zu sich nehmen und so Energie in der einstigen Tankstelle tanken. Nur Benzin gibt es dort nicht mehr.

Quelle: op-online.de

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