Besorgnis über Riesenpartei der Nichtwähler

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Nur schwache Beteiligung herrschte bei der Oberbürgermeisterwahl in Offenbach.

Offenbach (psh) ‐ 25,3 Prozent bei der Oberbürgermeisterwahl in Offenbach, bei Landratswahlen 21,3 Prozent im Main-Kinzig-Kreis und 30,5 Prozent im Kreis Fulda: Bei Politikern und Wissenschaftlern wächst die Besorgnis über die niedrige Wahlbeteiligung und die Riesenpartei der Nichtwähler.

Der hessische CDU-Generalsekretär Peter Beuth sagte, eine solch niedrige Wahlbeteiligung könne niemanden zufrieden stellen. Der Generalsekretär der SPD-Landespartei, Michael Roth, meinte, es sei ein „Desaster“. Es scheine einer großen Zahl von Wählern inzwischen egal zu sein, wer an der Spitze ihrer Stadt oder ihres Kreises stehe. Inzwischen stelle sich die Frage der notwendigen demokratischen Legitimation - bei einer solch niedrigen Wahlbeteiligung. Auch Tarek Al-Wazir, Fraktionschef der Grünen im Landtag in Wiesbaden, sprach von einer „Katastrophe“, man dürfe jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen; der Wahlkampf in Offenbach sei doch sehr „bürgernah“ gewesen, trotzdem sinke die Wählerzahl.

„Offenkundig sehen die Bürger keine Bedeutung in diesen Wahlen und sind daher - eher noch als in früheren Zeiten - nicht gewillt, den Gang zum Wahllokal auf sich zu nehmen“, erklärte Thorsten Faas, Wahlforscher an der Universität Mannheim, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es wird zwar immer noch sehr viel auf kommunaler Ebene entschieden;  das Problem ist, dass der Bürger das so nicht mehr wahrnimmt“, gab der Münsteraner Politologe Norbert Kersting zu bedenken.

Quelle: op-online.de

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