Al-Wazir zeichnet Projekte aus

Bessere Radwege zur Schule

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Hessens Landesschülervertretung bemängelt, dass das Thema Radfahren nur im Unterricht der unteren Klassen eine Rolle spiele. Zudem seien Radwege zur Schule oft nicht sicher.

Wiesbaden - Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden gilt unter Radfahrern als nicht besonders empfehlenswert. Die Landesschülervertretung vermisst aber auch in anderen Städten mehr Qualität, damit das Radeln zum Unterricht sicher ist und Spaß macht.

Jetzt versucht die Landesregierung gegenzusteuern. Hessens Schüler fordern breitere Radwege in der Nähe von Schulen und mehr sichere Stellplätze zum Parken ihrer Fahrräder. Vor allem in den Großstädten fehle es an einigen Orten an sicheren und großzügigen Radwegen, sagte Landesschulsprecherin Svenja Appuhn in Wiesbaden. Gerade diese Stadt werde von Schülern als besonders fahrradunfreundlich beschrieben. „Auch die Sicherheit der Stellplätze muss an vielen Schulen verbessert werden, damit der Fahrradverlust kein ernsthaftes Ausschlusskriterium mehr sein muss“, sagte die Landesschulsprecherin. Vorrichtungen, an denen lediglich das Vorderrad abgeschlossen werden könne, seien oft keine Seltenheit. „Viele Schüler wünschen sich auch mehr überdachte Stellplätze, um die Fahrräder vor Regen zu schützen“

Das Thema Radfahren wird nach Einschätzung von Appuhn in den weiterführenden Schulen im Gegensatz zur Grundschule überhaupt nicht mehr thematisiert. Verkehrsregeln, das Verhalten als Radfahrer, Sicherheit im Straßenverkehr sowie die Vorteile des Radfahrens müssten aber auch bei den älteren Kindern und Jugendlichen angesprochen werden, damit mehr Schüler mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Gerade in den ländlichen Regionen und im Mittelgebirge komme wegen der langen Fahrtstrecken kaum noch ein Schüler mit dem Fahrrad in die Schule. Ein großes Problem sei auch das Helmtragen auf dem Fahrrad. „Kaum ein Schüler der höheren Klassen trägt noch einen Helm“, erklärte die Landesschulsprecherin. An Schulen mit vielen Fahrschülern empfänden es die Älteren auch oft als „uncool“, mit dem Rad zu kommen. „Allerspätestens wer 18 Jahre alt ist und die Möglichkeit hat, mit dem Auto zu kommen, wird diese Möglichkeit in der Regel dem Fahrrad vorziehen.“

Die Landesregierung will derweil mit Projekten an Schulen die Kinder früh zum Radfahren animieren. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zeichnete gestern die Sieger des Wettbewerbs Schulradeln aus. 69 Schulen aus dem Rhein-Main-Gebiet hatten sich daran beteiligt. Mit dem Wettbewerb Schulradeln kürt das Ministerium die beim Radfahren aktivsten Schulen. Bei der Aktion sammelten Schüler, Lehrer und Eltern in einem Zeitraum von drei Wochen möglichst viele Fahrradkilometer. Das größte Team stellte mit 240 Teilnehmern die Frankfurter Musterschule vor der Seligenstädter Einhardschule (217 Teilnehmende) und der Heinrich-von-Kleist-Schule aus Eschborn (177 Teilnehmende). Den höchsten Durchschnittswert pro Teammitglied erradelten mit 350 km die Beruflichen Schulen Groß-Gerau, gefolgt vom Mainzer Theresianum (337 km) und der Claus-von-Stauffenberg-Schule aus Rodgau.

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Zusammen mit dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU), präsentierte Al-Wazir zudem das Projekt Schüler-Radroutenplaner. Experten haben dabei für das Rhein-Main-Gebiet ein online-gestütztes Routensystem für Fahrradfahrer entwickelt, mit dem sichere Wege von zu Hause in die Schule erstellt werden. Das Projekt wird mit rund 230.000 Euro Bundes- und 30.000 Euro Landesmitteln gefördert. Das Integrierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain (imv GmbH) steht hinter der Aktion. Die als sicher eingestuften Schulradrouten werden in das online-gestützte Routensystem für Fahrradfahrer eingespeist und können so per PC oder mobil abgerufen werden.

Das Integrierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain (imv GmbH) hat drei Jahre lang an dem Projekt gearbeitet. Rund 250 weiterführende Schulen aus dem Rhein-Main-Gebiet haben sich daran beteiligt. Bislang umfasst der Schüler-Radroutenplaner allerdings allerdings nur den Ballungsraum rund um Frankfurt.

dpa

Quelle: op-online.de

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