Das beste Frankfurter Würstchen

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Frankfurter Würstchen:  Wettbewerb der Metzger im Sommer

Frankfurt - Es wird der 22. August 2012 sein, und es wird ein Fest auf dem Liebfrauenberg sein - wenn Frankfurts Metzger dem berühmten Frankfurter Würstchen eine spektakuläre Wiedergeburt verschaffen. Von Michael Eschenauer

Klaus Reichert, Obermeister der Frankfurter Metzger-Innung, kündigte gestern an, dass das Fleischerhandwerk seiner Stadt den derzeit fast vollständig von Fleischfabriken hergestellten Saitlingen Paroli bieten will. „Es kann doch nicht sein, dass die Frankfurter Metzger keine Frankfurter Würstchen mehr selbst produzieren“, ärgert sich Reichert. In der Stadt gebe es mehr als genug handwerkliches Können, um im Würstchenkrieg mit Qualität Boden zurückzugewinnen. „Es geht um Vielfalt beim Geschmack. Wir müssen versuchen, regional produzierte Spezialitäten für den regionalen Markt mehr ins Bewusstsein der Menschen zu bringen“, so der Obermeister. Derzeit zählen unter anderem Heininger auf dem Liebfrauenberg, Spahn und Gref-Völsing sowie die Metzgerei Waibel zu dem kleinen Kreis derjenigen, die selbst „Frankfurter“ herstellen.

„Die Teilnahme ist für alle Innungsmitglieder kostenlos“

Bei dem Wettbewerb um die beste Brühwurst dürfen sogar Darmstädter Metzger mitmachen. Sie gehören nach einer Fusion der Frankfurter Innung an. Nach Einschätzung des Obermeisters Reichert sollten auch die Offenbacher Kollegen mittun dürfen. Grund: Die Frankfurter Schweinefleisch-Würstchen wurden viele Jahre lang in Neu-Isenburg, Dreieich und Mörfelden-Walldorf produziert - und diese Städte zählen zur Metzger-Innung Offenbach. Zehn Leute werde die Jury im August umfassen, allesamt bekannte Köpfe aus Frankfurt. Aus der Innung Frankfurt-Darmstadt mit ihren 85 Betrieben hofft Reichert, 20 zum Mitmachen bei dem Geschmacks-Wettbewerb motivieren zu können. „Die Teilnahme ist für alle Innungsmitglieder kostenlos“, wirbt er für die Aktion. Nach Ostern werde man die Anmeldeformulare verschicken.

Der Umzug in den Kreis Gießen kostet die Würstchen nicht ihren Namen

Vor wenigen Tagen war durch einen Bericht der Frankfurter Rundschau bekanntgeworden, dass die Neu-Isenburger Firma G.A. Müller als letzte „Frankfurter“-Fabrik im Umland nach Lich umgezogen ist. Früher gab es hier mehrere Fabriken, in denen 150 Jahre lang die Würstchen produziert wurden. G.A. Müller machte im Oktober vergangenen Jahres dicht. In Neu-Isenburg freut sich nach dem Wegzug Bürgermeister Herbert Hunkel über die Metzgerei Nolle als letztem in der Stadt verbliebenen Produzenten von „Original Frankfurter Würstchen“. „Das ist und bleibt etwas ganz Besonderes.“

Der Umzug in den Kreis Gießen kostet die Würstchen nicht ihren Namen. Laut einem Urteil des Berliner Kammergerichts dürfen zwar nur Fabrikanten im „Wirtschaftsgebiet Frankfurt am Main“ die „Frankfurter Würstchen“ herstellen. Laut einer Entscheidung des Regierungspräsidenten in Gießen zählt der Gießener Raum wegen der engen Verflechtungen aber zum wirtschaftlichen Großraum Frankfurt. Der Titel „Frankfurter Würstchen ist also in Ordnung für den Standort Lich. Ob auch der exklusivere Titel „Original Frankfurter Würstchen“ durchgeht, ist noch offen.

Quelle: op-online.de

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