Kontakte zu Hells Angels

Bestechung: Türsteher unter Verdacht

Wiesbaden - Zahlreiche Türsteher aus dem Rhein-Main-Gebiet sollen sich eine für die Ausübung ihres Berufs notwendige Bescheinigung erkauft haben. Das Landeskriminalamt in Hessen ermittelt wegen Bestechung und Bestechlichkeit.

Immer wieder machen Türsteher mit gewalttätigen Auseinandersetzungen Schlagzeilen, manchmal sind sie Täter, wie im Falles eines zu Tode geprügelten Mannes in Frankfurt, in manchen Fällen werden sie aber auch zu Opfern, wie im September 2013 in Berlin. Gerade weil der Beruf im Sicherheitsgewerbe viel Konfliktpotenzial birgt, müssen sich auch Türsteher ihre Professionalität bescheinigen lassen, dafür ist eine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) notwendig.

Wie die Staatsanwaltschaft Hanau und das Hessische Landeskriminalamt (LKA) heute mitteilten, stehen 91 Türsteher aus dem Rhein-Main-Gebiet im Verdacht, sich die Bescheinigung erkauft zu haben. Laut den Ermittlern bestehen etwa 40 bis 60 Prozent der potenziellen Türsteher die Prüfung für die Sachkundebescheinigung im Sicherheitsgewerbe nicht. Von allen Teilnehmern aus dem Rhein-Main-Gebiet bestanden jedoch alle ihre Prüfung bei der IHK Neubrandenburg, was die Behörden wohl stutzig machte. Ermittlungen ergaben nun, dass die Türsteher sich ihre entsprechenden Urkunden erkauften.

Totschlagprozess um „U60311“-Türsteher

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Laut LKA und Staatsanwaltschaft sollen die Sicherheitsleute bis zu 1000 Euro für die Bescheinigung bezahlt haben. Laut Mitteilung der Behörden haben die betroffenen Sicherheitsfirmen Kontakte zu den Hells Angels. Bereits im Juli 2014 durchsuchten Ermittler Wohnungen der Prüfungsteilnehmer aus dem Rhein-Main-Gebiet und die Büroräume der IHK Neubrandenburg. Dabei stellten sie schriftliche Unterlagen, ein Handy und ein Schlagring sicher. Insgesamt werde gegen 91 Tatverdächtige wegen Bestechung und Bestechlichkeit ermittelt.

(nb)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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