Bestmögliche Versorgung für Krebskranke

Offenbach (psh/wet) ‐ Um die Versorgung krebskranker Patienten in Hessen flächendeckend zu verbessern, hat das Land Hessen sein bislang auf Tumorzentren beruhendes Onkologiekonzept weiterentwickelt.

Sozialminister Stefan Grüttner sagte, Hessen werde künftig in sechs Versorgungsregionen aufgeteilt, in denen Ärzte verschiedener Krankenhäuser jeweils ein Netzwerk bildeten. Sie sollen Leitlinien für Standardtherapien erarbeiten. Zugleich sollen Patienten auch speziell auf ihre Erkrankung abgestimmte individuelle Therapien bekommen können.

Laut Professor Elke Jäger vom Frankfurter Nordwest-Krankenhaus erkranken pro Jahr in Hessen etwa 40000 Menschen an Krebs. Sie verspricht sich von dem Konzept eine Kooperation der Krankenhäuser „auf Augenhöhe.“ Patienten könnten so von dem Druck entlastet werden, sich unter Umständen bei fünf Ärzten drei verschiedene Therapie-Meinungen zu holen. Als jeweils koordinierendes Krankenhaus in einem Versorgungsgebiet soll die Klinik ausgewählt werden, die das gesamte Spektrum von Krebserkrankungen einschließlich schwerer und seltener Fälle betreut.

Schon viele Vorgaben des Konzeptes umgesetzt

Ausgewählt seien die Kliniken noch nicht, so der Minister. Eine Untersuchung habe ergeben, dass 96 von 141 befragten Häusern Krebspatienten versorgten. Manche hätten jedoch so wenige Fälle, dass es für die Ärzte schwierig sei, auf die ständig neuen Herausforderungen im Umgang mit der Krankheit und des medizinischen Fortschritt zu reagieren. Mit Hilfe des vertraglich vereinbarten Netzwerkes und Fortbildung ist das nach Ansicht Jägers leichter. In die Kooperationen sollen auch die ambulanten Praxen einbezogen werden. Gerade durch sie sei eine wohnortnahe Behandlung der Patienten, die oft viele Jahre mit ihrer Krankheit lebten, gewährleistet.

„Die Fortschritte in unserem Verständnis von Tumorerkrankungen und die vielen neuen Ideen zu ihrer Bekämpfung sind atemberaubend. Wenn all das zum Wohle der Patienten in neue Formen der Diagnose und Behandlung umgesetzt werden soll, brauchen wir neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Krankenhäusern und Arztpraxen“, sagte Professor Dr. Hubert Serve von der Universitätsklinik Frankfurt.

In Offenbach sind schon viele Vorgaben des Konzeptes umgesetzt worden. So existiert neben den Spezialisierungen auf Brustkrebs und Strahlentherapie das Zentrum Integrierte Onkologie Offenbach (ZIO), in dem Lungentumore versorgt werden. Dazu hat sich das Krankenhaus dem Klinikverbund Mittelhessen angeschlossen. Zudem wird auf das Angebot für ambulante Palliativmedizin hingewiesen.

Quelle: op-online.de

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