Betrügerbande bereichert sich um 3,2 Millionen Euro

Frankfurt - Einen Schaden von mindestens 3,2 Millionen Euro soll eine Betrügerbande verursacht haben, gegen die die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt. Fünf Männer im Alter zwischen 28 und 37 Jahren seien Anfang Mai verhaftet worden, berichteten die Ermittler heute.

Beschuldigt seien insgesamt 30 Männer aus dem ganzen Bundesgebiet. Sie sollen über Scheinfirmen Leasingverträge über Luxusautos abgeschlossen haben und diese meist an Hehler im Nahen Osten verkauft haben. Zudem sollen sie sich Sofortkredite und Baufinanzierungen erschlichen haben.

In dem Verfahren seien am 3. Mai 40 Geschäfts- und Wohnräume in den Bundesländern Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern durchsucht worden. Dabei konnten die rund 200 Polizeibeamten unter anderem verschiedene Schusswaffen sowie kistenweise gefälschte Dokumente und falsche Ausweise sicherstellen. Bei den Durchsuchungen nahmen Spezialeinsatzkommandos der Frankfurter und Kölner Polizei auch die fünf mutmaßlichen Haupttäter fest.

Teure Autos geleast und in den Nahen Osten verschoben

Der leitende Oberstaatsanwaltschaft Günter Wittig sagte heute, es handele sich um eine „streng hierarchisch gegliederte Bande“. Die Männer, gegen die ermittelt werde, hätten überwiegend einen türkischen Migrationshintergrund. Die Beschuldigten sollen über nur zu diesem Zweck gegründete Scheinfirmen in Frankfurt und im Ruhrgebiet seit 2008 die teuren Autos geleast und in den Nahen Osten verschoben haben.

Beim Erschleichen der Sofortkredite und Baufinanzierungen „in erheblichem Umfang“ wird der Bande von den Ermittlern vorgeworfen, sich zahlreicher Strohleute bedient zu haben. Diese hatten sie mit gefälschten Pässen, falschen Gehaltsnachweisen und Immobilienwertgutachten versorgt, damit das Geld ausgezahlt wurde.

Verdacht des erpresserischen Menschenraubs

Die Band stehe damit unter anderem unter dem Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Betruges, des erpresserischen Menschenraubs sowie der gefährlichen Körperverletzung. Hintergrund der beiden letzen Vorwürfe sind bandeninterne Streitigkeiten. Dabei ist es laut Generalstaatsanwaltschaft um gegenseitige Geldforderungen gegangen. Unter anderem soll einer der Köpfe von einfachen Bandenmitgliedern vorübergehend entführt worden sein.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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