Anklage gegen mutmaßlicher Islamisten

Fragen und Antworten zum geplanten Bombenanschlag

SEK-Einsatz in Oberursel
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Gegen einen mutmaßlichen Islamisten aus Oberursel ist wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf eine Großveranstaltung Anklage erhoben worden. Der 35-Jährige und seine Frau waren vor einem halben Jahr festgenommen und das traditionelle Radrennen abgesagt worden. Im Keller des Paares wurde eine fertige Rohrbombe gefunden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
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Was wird dem Beschuldigten vorgeworfen? Dem 35-Jährigen werden die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, der Verstoß gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie Urkundenfälschung zur Last gelegt. Er war laut Anklagebehörde "fest entschlossen", mit einer Rohrbombe, Waffen und Chemikalien einen Anschlag bei einer Großveranstaltung zu verüben.
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Welche Motive hatte der 35-Jährige? Die Staatsanwaltschaft spricht von "dschihadistischen Motiven". Als Dschihadisten werden sogenannte Gotteskrieger bezeichnet wie beispielsweise die Terroristen des Islamischen Staats (IS). Der Beschuldigte soll seit längerem Kontakte in die radikal-islamistische Szene gehabt haben - auch zur Sauerland-Gruppe. Vier Mitglieder dieser Gruppe waren 2012 wegen der Planung von Terroranschlägen verurteilt worden.
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Hatte es der Mann auf das Radrennen abgesehen? Welche Großveranstaltung der mutmaßliche Islamist im Visier hatte, ist noch offen. Es habe zwar mehrere Hinweise dafür gegeben, dass er einen Anschlag auf das Radrennen geplant habe. Dies habe aber "im Laufe der Ermittlungen nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit bestätigt werden" können, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft.
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Wann beginnt der Prozess? Die Anklage der Staatsanwaltschaft ist beim Landgericht eingegangen. Ein Termin für die Hauptverhandlung ist noch nicht in Sicht. Dem Mann drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe. Er sitzt seit seiner Festnahme Ende April in U-Haft.
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Wie waren die Ermittler dem Mann auf die Spur gekommen? Der Mann war aufgefallen, als er zusammen mit seiner Frau in einem Frankfurter Baumarkt drei Liter Wasserstoffperoxid kaufte. Dabei gab das Paar falsche Personalien an. Die Chemikalie ist ein möglicher Baustein für einen Sprengkörper. Dem Verfassungsschutz war das Paar nicht bekannt. Der Mann wurde in der Nähe seiner Wohnung in einem Neubaugebiet in Oberursel festgenommen. Im Morgengrauen drangen die Ermittler in die Wohnung ein, in der sich die Frau und die beiden gemeinsamen kleinen Kinder aufhielten. Sie nahmen die 35 Jahre alte Türkin fest und durchsuchten die Wohnung.
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Was entdeckten die Ermittler? Im Keller wurde die mit Nägeln und Stahlkugeln gefüllte einsatzbereite Rohrbombe mit Zündschnur gefunden. Außerdem fanden die Ermittler verschiedene Waffen und Munition sowie Chemikalien, mit denen Sprengstoff hergestellt werden kann.
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Warum wurden die Ermittlungen gegen die Frau eingestellt? Die 35-Jährige war Anfang Juli aus der U-Haft entlassen worden. Sie hatte ausgesagt, von den im Keller gelagerten Waffen und gefährlichen Gegenständen nichts gewusst und das Wasserstoffperoxid zur Schimmelbekämpfung gekauft zu haben. Dies konnten die Ermittler nach eigenen Angaben nicht widerlegen.
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Wie reagieren die Veranstalter des Radrennens? Veranstalter Bernd Moos-Achenbach steht nach eigenen Worten voll hinter der Absage des Radrennens. "Das war die richtige Entscheidung. Es war zu gefährlich." Die Hinweise seien stichhaltig gewesen. "Die Bombe war startklar." Wie teuer die Absage wird, kann er noch nicht beziffern. Die Planungen für das Radrennen am 1. Mai 2016 sind nach seinen Worten in vollem Gange. Die Mannschaften hätten so früh wie nie zugesagt und auch alle Sponsoren seien wieder dabei.

Islamistischer Terror: Ein 35-Jähriger soll einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben. Das bekannteste Radrennen in Hessen wurde kurz nach seiner Festnahme abgesagt. Doch hatte er es wirklich im Visier?

Quelle: op-online.de

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