Bleibt der „Konfi“-Tag?

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Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler versucht, die Wogen zu glätten.

Wiesbaden - Aufatmen bei den Kirchen: Auch künftig wird in fast allen Schulamtsbezirken der Dienstagnachmittag für Konfirmanden- bzw. Firmunterricht reserviert. Von Petra Wettlaufer-Pohl

So jedenfalls haben es laut Kultusministerium 14 von 15 Staatlichen Schulämtern mit den Kirchen und Schulen vereinbart.

Nur im Staatlichen Schulamt Offenbach gilt, was zunächst hessenweit für Ärger gesorgt hatte: Eine neue, am 15.11 2011 in Kraft getretene Richtlinie des Kultusministeriums, in der der Dienstag nicht mehr landesweit festgeschrieben wurde. Vielmehr sollten Kirchen und Schulen sich möglichst auf einen Wochentag einigen. Die Sorge der Kirche: Künftig müssten sich die Pfarrer mit mehreren Schulen absprechen, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen, die die Unterrichtsorganisation nicht belastet. Ein Unding, fanden die Kirchen.

Selbstständigkeit der Schulen ist wichtig

Lesen Sie zu dem Thema auch den Kommentar von Petra Wettlaufer-Pohl

Allein in den evangelischen Landeskirchen Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck sind 18.000 bzw. rund 9500 Konfirmanden betroffen. Jörn Dulige, der die Interessen der evangelischen Landeskirchen gegenüber der Politik vertritt, hält die Richtlinie für nicht praktikabel. Ministerin Dorothea Henzler sei die Selbstständigkeit der Schulen wichtig, so Dulige, dem der Konfirmandenunterricht freilich genauso am Herzen liegt. Man könne ihn auch nicht auf die Wochenenden verlagern, dann hätten die Schüler gar keine Freizeit mehr. Dulige setzt auf die Überprüfung der Richtlinie, deren Änderung er nach wie vor fordert. Die Realität kommt seinem Anliegen aber schon heute entgegen. Fast überall in Hessen bleibt es wie es ist. Und die Kultusministerin? Sie lässt mitteilen, dass sei doch kein Problem, denn die Richtlinie sei so flexibel, dass auch der Dienstag als freier Nachmittag erhalten bleiben könne.

Für Ganztagsschüler wird es schwerer 

Peter Bieniussa, Chef des Staatlichen Schulamtes Offenbach, hält es für durchaus machbar, dass man sich auch auf einen anderen Tag einigt. In der Stadt Offenbach gebe es kein Problem, im Landkreis werde noch verhandelt. Ohnehin betreffe es hauptsächlich die G-8-Schüler an den Gymnasien, die Nachmittagsunterricht hätten. „Gebundene Ganztagsschulen haben wir nicht, und die pädagogische Mittagsbetreuung ist ein freiwilliges Angebot. Das erlaubt es auch, in den Konfirmandenunterricht zu gehen.“

Probleme mit dem Wechsel von der Halbtagsschule zu ganztägigen Angeboten bzw. der gymnasialen Schulzeitverkürzung G8 haben auch andere: Kultur- und Sportvereine müssen ebenfalls umdenken und enger mit Schulen zusammen arbeiten, wollen sie den Nachwuchs nicht verlieren.

Quelle: op-online.de

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