Blick in die Arbeitswelten

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Etwa 200 geladene Studenten waren neben dem Ruf von AkzoNobel auch dem von Celanese, Clariant, Kuraray, Sanofi-Aventis und Infraserv gefolgt.

Frankfurt ‐ Jobs, Jobs, Jobs - danach fragten die Studenten meist zu allererst im Industriepark Höchst. „Wo gibt es Stellen, wie bewerbe ich mich richtig - das ist das, was die jungen Leute umtreibt“, hat Stephanie Zschiegner, tätig im Personalbereich von AkzoNobel Industrial Chemics, festgestellt. Von Jens Dörr

Die Sparte des Weltkonzerns AkzoNobel, der 15 Milliarden Euro jährlich umsetzt, ist eines von sechs Unternehmen im Industriepark, die sich am zweiten „Job-Multiversum“ am Donnerstag beteiligten.

Etwa 200 geladene Studenten waren neben dem Ruf von AkzoNobel auch dem von Celanese, Clariant, Kuraray, Sanofi-Aventis und Infraserv gefolgt. Arbeitswelten und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in Höchst kennenlernen - so umrissen sowohl Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv, dem Betreiber vom Industriepark Höchst, als auch Wolfhart Burdenski, Personalleiter des Unternehmens, das Ziel der Jobmesse.

Den Firmen ging es um anderes. „Wir haben bisher stark auf interne Weiterbildung gesetzt, im Recruiting neuer Arbeitskräfte sind wir dagegen erstmals gezielt unterwegs“, sagte Zschiegner von AkzoNobel. Siemens oder Sanofi-Aventis - da klingele es bei Hochschul-Absolventen. „Auf unseren Produkten ist dagegen eher selten unser Name drauf, entsprechend müssen wir unseren Bekanntheitsgrad auf anderem Weg steigern“, so Zschiegner.

Die eine oder andere Visitenkarte wechselte den Besitzer

Ins Gespräch kamen die Unternehmen mit den Studenten nicht nur an ihren Ständen, wo sie zum Auftakt Rede und Antwort standen und auch die eine oder andere Visitenkarte bereits den Besitzer wechselte. Vielmehr standen für die aus Natur- und Ingenieurwissenschaften stammenden, meist fast mit dem Studium fertigen „Bald-Akademiker“ auch Führungen auf dem Programm. Das Spezialchemie-Unternehmen Clariant etwa demonstrierte, dass die Farbpigmente des Ferrari-Rots aus Höchst stammen. Sanofi-Aventis zeigte unter anderem, wie Wissenschaftler neue Medikamente erforschen und entwickeln. Und beim Kuraray-Konzern offenbarte man den jungen Menschen die riesige Vielfalt an Möglichkeiten, wenn es um die Anwendung der Kuraray-Polymere - verketteten oder verzweigten Molekülen - geht.

„Wir stellen Kunststoffe für zahlreiche Dinge her. Die Chance, dass die Folie für ihr Sicherheitsglas im Auto von uns stammt, ist groß“, erklärte Kuraray-Personalleiter Joachim Ehlert. Dennoch sei sein Unternehmen unbekannt, trotz etwa 6500 Mitarbeitern weltweit und der größten europäischen Niederlassung mitten im Rhein-Main-Gebiet: im Industriepark Höchst. „Wir brauchen deshalb immer die Liebe auf den zweiten Blick, weil uns kaum jemand kennt“, so Ehlert. Deshalb nehme man am „Job-Multiversum“ teil. Obwohl die Wirtschaftskrise nahezu alle Branchen betroffen hat, gibt es bei Kuraray wie bei AkzoNobel weiterhin Personalbedarf und offene Stellen. Beide Unternehmen suchen Maschinenbauer, Chemiker und Verfahrenstechniker.

Gute Aussichten zum Beispiel für Jasmine Roth, die an der FH Frankfurt Bioverfahrenstechnik studiert und damit bald fertig sein will. „Bei uns legen sie großen Wert darauf, dass wir ein ingenieurwissenschaftlicher Studiengang sind“, sagt die 26-Jährige. Sie will sich eine Übersicht über die Arbeitgeber im Industriepark verschaffen und persönlich das Gespräch mit Personal-entscheidern suchen. „Trotz des engen Zeitrahmens der Veranstaltung“, wie sie seufzend hinzufügt. Thomas Christmann (25) aus Darmstadt, der in Mannheim Biotechnologie studiert, ist vor allem zum Reinschnuppern gekommen. Er erhofft sich einen Überblick über Stellen, in denen er seine Kenntnisse in der Umwelttechnik einbringen kann. Und der angehende Verfahrenstechniker Florian Zabadani (25), der bereits ein Praktikum bei Infraserv absolviert hat, möchte mit seinem Knowhow einmal Gutes tun: „Ich will später daran arbeiten, dass aus Abfallprodukten wieder verwertbare Endprodukte werden.“

Quelle: op-online.de

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