„Blick über den Tellerrand“

+
Dieter Gring

Frankfurt/Rhein-Main - Dieter Gring (38) ist seit 2007 Intendant der Brüder-Grimm-Märchenfestspiele, die am 22. Mai beginnen und zum nunmehr 25. Mal stattfinden.

Herr Gring, was macht den besonderen Reiz der Festspielen aus?

Für jemanden, der noch nie hier war, ist das sicher zunächst die Location, das Amphitheater bei Schloss Philippsruhe, wo man Freilichtatmosphäre unter dem schützenden Kuppelzelt genießen kann. Inhaltlich ist bei uns das Besondere, dass wir in Hanau ausschließlich Uraufführungen präsentieren - und Stücke für Kinder und Erwachsene.

Sind Märchen nicht eher etwas für Kinder?

Nein, nein, man muss sich nicht eigens Kinder leihen, um zu uns zu kommen. Bei den Festspielen erlebt man Inszenierungen, die der klassischen Theaterdramaturgie folgen. Man geht hier nicht ins Märchen, sondern ins Theater. Wir machen viel mehr als nur Märchen für Kinder.

Sie haben in der Jubiläumssaison mit „Cassandrino, der Meisterdieb“ erstmals ein Märchen ausländischen Ursprungs im Programm. Ein Weg für die Zukunft?

Durchaus. Wir möchten zeigen, dass Märchen aus viele Kulturen in die deutsche Literatur eingezogen sind und die Ursprünge ganz woanders liegen, wir wollen über den Tellerrand hinausgucken. Auch in den nächsten Jahren werden wir je ein Märchen aus einer anderen Kultur präsentieren. Für 2010 wird das aus Russland sein.

Geben Sie doch mal Tipps. Welche Inszenierung aus der diesjährigen Spielzeit würden Sie Familien mit kleineren Kindern empfehlen und welche Familien mit größeren Kindern?

Für kleinere Kinder ist „Der alte Sultan“ besonders geeignet, die Inszenierung ist aber auch etwas für größere. Familien mit größeren Kindern und Jugendlichen würde ich „Das blaue Licht“ empfehlen oder „Cassandrino“.

Und Ihr Tipp, wenn sich Erwachsene einen schönen Theaterabend machen möchten?

Dafür würde sich „Cassandrino“ besonders eignen. Und für Freunde des Musiktheaters - ganz unabhängig vom Alter - natürlich unser Musical „Dornröschen“.

Quelle: op-online.de

Kommentare