Blick zurück nach vorn

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Das Ensemble Rententurm, Bernuspalais und Burnitzbau (v.l.), vom Eisernen Steg aus gesehen.

Frankfurt - Die „Mutter aller Museen“ präsentiert sich passend zum Pfingstwochenende so herausgeputzt wie noch nie. Nach gut drei Jahren des Umbaus und der Sanierung ist das Historische Museum Frankfurt am Donnerstagabend feierlich wiedereröffnet worden. Von Christian Riethmüller

Das aufwendig restaurierte Ensemble aus Rententurm, Bernuspalais, Burnitzbau, Stauferbau und Zollgebäude - besser bekannt unter dem Namen Saalhof - ist aber nur Teil eines größeren Ganzen. Bis zum Jahr 2015 entsteht für das Historische Museum auch noch ein Neubau, der gemeinsam mit dem Saalhof ein Museumsquartier zwischen Römerberg und Main bilden wird, in dem Besucher über Entwicklung, Geschichte und Gegenwart der Stadt Frankfurt informiert werden sollen. Wie Museumsdirektor Jan Gerchow am Donnerstag sagte, soll mit der Wiedereröffnung gleichzeitig der Wandel vom „geschichtswissenschaftlichen Fachmuseum“ hin zum „Stadtmuseum“ moderner Prägung angestoßen werden. Solche Stadtmuseen, die es im europäischen Vergleich nur noch in Amsterdam, London und Liverpool gibt, widmen sich nicht nur der Vergangenheit, sondern auch Gesellschafts- und Gegenwartsthemen.

Eines der Treuner-Modelle zeigt die Stadt nach der Zerstörung.

Im „Saalhof“ wird es allerdings erst einmal um die große Vergangenheit der Stadt Frankfurt gehen. Schließlich bietet das Gebäude-Ensemble die seltene Gelegenheit, 800 Jahre Stadtgeschichte aus nächster Nähe erfahren zu können. Von den Resten der Stauferburg aus dem 12. Jahrhundert über den spätmittelalterlichen Rententurm, in dem sich einst das städtische Rentamt befand, bis hin zum Burnitzbau, der im 19. Jahrhundert im neoromantischen Stil errichtet wurde, stehen hier 800 Jahre Wand an Wand. Die Gebäude beherbergen daher nicht nur Teile der Ausstellung des Historischen Museums, darunter etwa die berühmten Stadtmodelle der Gebrüder Treuner oder die faszinierenden „bürgerlichen Sammlungen“, die von bekannten Frankfurter Bürgern aus dem 17. bis 20. Jahrhundert zusammengetragen worden waren. Vielmehr ist das Ensemble Saalhof selbst in die Ausstellung eingebunden und dient mit seinen Gebäudetypologien als Anschauungsmaterial, etwa für die Stauferzeit, deren Bedeutung für die Entwicklung der Stadt Frankfurt im Kellerbereich des Saalhofs exemplarisch - und mit bemerkenswertem Multimedia-Einsatz - aufbereitet ist.

Renovierung des Saalhofs

Wie gerahmt: Zugang zum Rententurm vom Bernuspalais aus.

Der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) lobte die Renovierung des Saalhofs nicht nur als „städtebaulichen Gewinn“, sondern auch als „denkmalpflegerisch richtig und notwendig - auch als Aufwertung dieses für die Geschichte Frankfurts zentralen Museums essentiell wichtig: eigentlich längst überfällig.“ 20 Millionen Euro hat die Stadt für die Sanierung der „Mutter aller Museen“ ausgegeben und damit aber nicht nur ein Denkmal gerettet, sondern auch für manche neue Attraktion gesorgt. So haben Besucher nämlich erstmals seit 500 Jahren die Möglichkeit, den Rententurm über ein Wendeltreppenhaus von 1456 zu begehen und im Turm oben das Mainpanorama zu genießen.

An diesem Wochenende, von Samstag, 26. Mai, bis Montag, 28. Mai, kann das Historische Museum jeweils von 10 bis 17 Uhr kostenlos erkundet werden. Weitere Informationen: www.historisches-museum-frankfurt.de

Quelle: op-online.de

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