Polizeipräsident im Interview

Thiel räumt Fehler bei Blockupy-Einsatz ein

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Polizeipräsident Achim Thiel

Frankfurt - Polizeipräsident Achim Thiel hat erstmals öffentlich Fehler beim Polizeieinsatz bei der Blockupy-Demonstration in Frankfurt eingeräumt. Seiner Meinung nach war die Polizei nicht gut genug auf den Einsatz vorbereitet.

Knapp vier Wochen nach dem umstrittenen Polizeieinsatz bei der Blockupy-Demonstration in Frankfurt hat Polizeipräsident Achim Thiel erstmals öffentlich Fehler eingeräumt. „Wir waren nicht vorbereitet auf die Identifizierung der Gewalttäter. Im übrigen prüfen wir, inwieweit einzelne Polizisten unverhältnismäßig vorgegangen sind“, sagte er in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung. Zugleich nahm Thiel aber seinen Einsatzleiter Harald Schneider in Schutz. Dieser habe keine Fehler begangen und werde auch künftig bei Demonstrationen in der Stadt

Blockupy-Demo gegen Polizei-Gewalt

Blockupy-Demonstration gegen Polizei-Gewalt

Genau eine Woche nach dem umstrittenen Polizeieinsatz bei der Blockupy-Demo gingen am Samstag in Frankfurt noch einmal mehrere tausend Menschen auf die Straße. Sie demonstrierten gegen das Vorgehen der Polizei sieben Tage zuvor. Anders als am vergangenen Wochenende blieb diesmal alles friedlich.

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Dem Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) liegt nach Angaben seines Sprechers seit Dienstag ein Bericht des Polizeipräsidenten über den Einsatz vor. Da Thiel darin aber mehrfach auf die Stellungnahme verweise, die er bereits dem Landtag vorgelegt habe, wolle sich die Stadt zunächst nicht zu dem Papier äußern.

Bei der kapitalismuskritischen Demonstration am 1. Juni in Frankfurt waren rund 1000 Demonstranten fast zehn Stunden lang von der Polizei eingekesselt worden. Von jedem wurden die Personalien festgehalten. Damit sei der friedliche Protest der übrigen rund 10.000 Demonstranten unmöglich gemacht worden. Bislang gingen 15 Anzeigen ein, unter anderem auch gegen Schneider.

Der Einsatz bei der Blockupy-Demonstration hat eine grundsätzliche Debatte über Polizeigewalt und die Kennzeichnungspflicht von Polizisten ausgelöst. Auch aus anderen Regionen Deutschlands sind inzwischen umstrittene Polizeieinsätze bekannt geworden. So sollen im Mai mehrere Polizisten einen Mann misshandelt haben. Erst heute erschoss die Polizei einen vermutlich geistig Verwirrten in Berlin.

Eingekesselte Demonstranten, Gewalt, Verletzte

Blockupy: Eingekesselte Demonstranten, Gewalt, Verletzte

(dpa/nb)

Quelle: op-online.de

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