Blut und Eiter sind ihr Parfum

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„Come out and walk with the Undead“ – auf Deutsch: Kommt raus und lauft mit den Untoten – lautet das Motto des Zombiewalks.

Frankfurt an einem späten Nachmittag. Alles läuft seinen gewohnten Gang. Niemand ahnt, dass im nächsten Moment eine Invasion stattfinden wird. Plötzlich geschieht etwas völlig Unerwartetes: Blutverschmierte, stöhnende Gestalten schlurfen aus den Ecken des Hauptbahnhofs. Blutrünstige Zombies erobern die Stadt. Am Samstag humpeln die untoten Kreaturen zum dritten Mal durch Frankfurts City.

Mit nur einem Ziel vor den toten Augen: Spaß haben. Offiziell ist es ein Demonstration.

„Beim Zombiewalk geht es nicht darum, eine Botschaft zu vermitteln oder irgendetwas anzuprangern“, meint Myra, 21, die zusammen mit ihrem Freund Benjamin, 22, die außergewöhnliche Demonstration ins Leben gerufen hat. „Viel eher geht es um ein Treffen Gleichgesinnter“, fügt die Veranstalterin hinzu.

Auf die Idee, so etwas in Frankfurt zu veranstalten, sind die Beiden durch das Internet gekommen: „Wir fanden im Netz zufällig ein Video von einem Zombiewalk in Kanada. Dort fand 2003 einer der ersten Läufe statt. Uns gefiel die Idee, und einige Zeit später dachten wir, man könnte so etwas doch auch mal hier machen“.

Den bisher größten Zombiewalk gab es 2006 anlässlich einer Benefiz-Veranstaltung in Pittsburgh, der es mit rund 894 Teilnehmern sogar ins Guinness-Buch schaffte. In den vergangenen Jahren erfreut sich auch hierzulande diese Form von Demonstration einer immer größer werdenden Beliebtheit. Regelmäßig finden Walks in Heidelberg, Düsseldorf, Köln und Berlin statt.

Nun startet bereits die dritte Auflage des Zombiewalks in der Mainmetropole. Seit 2007 gewinnt die Veranstaltung immer mehr Sympathisanten. Beim ersten Walk waren es schätzungsweise 200 Teilnehmer. Diesmal rechnet Myra mit etwa 600 wandelnden Untoten.

Das Konzept der Veranstaltung ist einfach: Alle Interessierten versammeln sich am Samstag im möglichst verrückten Zombie-Outfit zwischen 18 und 19 Uhr vor dem Frankfurter Hauptbahnhof. Ab 19 Uhr wird dann gemeinsam los gehumpelt. Die Route führt an der Hauptwache vorbei zur Konstabler-Wache, erstreckt sich über den Römer und endet schließlich vor der alten Oper.

„Der Zombiewalk ist ein reines Spaß-Event ohne ernsthaften Hintergrund. Mitmachen kann jeder, egal welchen Alters. Es laufen sogar einige Kinder mit“, sagt Benjamin. Um Organisation und Werbung hat sich das Pärchen gemeinsam bemüht. Die Flyer hat Benjamin entworfen, wie auch die Website, und aus eigener Tasche bezahlt. Freunde, Bekannte und das Paar selbst verteilten die Flyer auf Konzerten, Festivals, in Kneipen, Geschäften, an Schulen und Universitäten.

Anschließend findet eine exklusive „After-Walk-Party“ im Frankfurter Szene-Club „Final Destination“ statt, bei der verkleidete Zombies zu vergünstigten Eintrittspreisen feiern dürfen – bis die Zombie-Fetzen fliegen.

Dass die Veranstaltung am gleichen Tag wie der „Christopher Street Day“ (CSD) stattfindet, ist Zufall: „Wir haben erst vor einem Monat davon erfahren“, sagt Myra. Der Termin habe schon seit vergangenem Jahr festgestanden und sich nicht verlegen lassen. „Aber ich denke, wir werden den CSD nicht kreuzen. Weil unser Lauf ja erst abends beginnt.“ Dann steigen die Zombies aus ihren Gräbern.SASCHA REICHELT

Dritter Zombiewalk

Beginn: ab 18 Uhr

Treffpunkt:

Hauptbahnhof, Frankfurt

Quelle: op-online.de

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