Bodo Bach und Johannes Scherer im Interview

„Gags? Johannes, hast du Gags?“

Offenbach - Johannes Scherer und Bodo Bach sind „Die 2 BEIDEN“. Ende November haben sie die große Nachttankaktion der Offenbach-Post tatkräftig unterstützt und fleißig Autos betankt. Demnächst stehen sie für einige Vorstellungen gemeinsam auf der Bühne.

Im Gespräch mit unserer Zeitung reden sie über Teamarbeit, die ewige Suche nach dem Witz und ihr Leben als alt-neues Komiker-Paar.

Hat Ihnen die Rolle als Tankwart gefallen?

Johannes: Am lautesten gelacht habe ich, als der weiße Kleinwagen mit dem Aufkleber „Scheidung 2009 – die bin ich los“ vor mir an der Zapfsäule stand.

Bodo: Als Autonarr hatte ich mächtig Spaß, den Billig-Sprit unner die Leut’ zu bringe’. Ich bin leidenschaftlicher Autofahrer, mei’ Lesebrill’ is’ nett von Fielmann, die is’ von Carglass. Und wenn des mit der Comedy mal nicht mehr läuft, dann mach’ ich eine Tankstell’ auf.

Sie haben sich 2011 nach einer Trennung wieder zusammengerauft. Das klingt nach einem alten Ehepaar, das nicht ohne einander kann…

Bodo: Aber ganz im Gegenteil! Mir „2 BEIDEN“ sind mehr so wie ein frisch verliebtes, junges Ehepaar. Für mich ist jede Stund’ ohne den Scherer eine verlorene Stund’. Ohne den Johannes ist mein Leben trost- und farblos. Er ist für mich einer der besten, talentiertesten und ... Scherer! ... Ich kann des nicht lese’ ... was haste mir da auf den Zettel geschriebe’?

Scherer: ... charmantesten und begnadetsten Komiker.

Wie entstehen, und wo entstehen Ihre Gags? Ist das harte Schreibtisch-Arbeit, oder gehen Sie vielleicht gemeinsam spazieren...?

Bodo: Gags? Welche Gags? Johannes, hast du Gags?

Johannes: Am Schreibtisch fallen mir grundsätzlich nur krampfige und schlechte Gags ein – dort sind große Teile meiner letzten zwei Soloprogramme entstanden. Die wirklich guten kommen einem beim Autofahren, Fernsehen oder Einkaufen. Bodo: Die beste Schenkelklopper falle mir morschens im Badezimmer ein. Wenn ich da so vorm Spiegel steh’ und mir so ins Gesicht kuck, dann denk ich: „Oha! Gut, dass du Spaß verstehst.“

Wenn Sie auf der Bühne stehen, werfen sie sich gegenseitig die Bälle zu. Wer hat das letzte Wort?

Johannes: Grundsätzlich Bodo. Das hat sich einfach bewährt. Auf ihn kann ich mich blind verlassen. Er spürt immer genau, wann ich fertig bin und würzt dann meine letzten Sätze jeweils mit sehr präzisen…

Bodo: (fällt ihm ins Wort)

Also, ich lass’ den Johannes immer ausreden. Ich weiß halt nur nicht, wann er fertig is, weil ich ihm nicht zuhör’.

Johannes: Da sehen Sie’s. Das letzte Wort gehört ihm.

Bodo: Wie war die Frage?

Aus welchem zwischenmenschlichen Bereich lassen sich die besten Comedy-Geschichten zimmern?

Bodo: Das Lebe’ schreibt die Comedy. Des macht unsern Job ja so einfach. Ich bin de ganze’ Tag nur von Bekloppte umzingelt. Im Kaufhaus, auf der Autobahn, im Urlaub.

Scherer: Je alltäglicher die Situation, umso besser funktioniert die Comedy. Die Tratsche aus dem Dorf, die an ihrer Fensterbank festgefroren ist, damit sie auch ja keine Story aus ihrer Nachbarschaft verpasst. Das Navigationssystem, das dich in den Wahnsinn treibt. Kann sich jeder im Publikum wiederfinden, kennt jeder, hat jeder schon erlebt.

Sind Sie auch im Alltag Stimmungskanonen oder eher zurückhaltend?

Bodo: Ich bin eine Stimmungsraket’. Mein Spaßmodul läuft 24 Stunde’ rund um die Uhr auf Volllast. Morschens unner de’ Dusch’ hau’ ich schon gleich drei, vier Mördergags raus. Die ruf’ ich aus dem Badezimmerfenster, da liegt die ganze Siedlung flach. Beim Scherer is’ des anners. Der macht mir Kummer. Der lebt sehr zurückgezoge’. Wenn der net im Facebook wär’, der hätt’ ja gar keine Freunde.

Johannes: Moment. Das stimmt so nicht ganz. Sogar dort wurde ich direkt nach meiner Anmeldung mit dem Satz begrüßt: „Willkommen bei Facebook, Johannes. Du hast keine Freunde.“

Gibt es einen Gag, den sie im Nachhinein lieber nicht gemacht hätten?

Bodo: Also, des mit meiner Hochzeit ... des war ‘n Fehler. Am Anfang habe’ mir alle noch viel gelacht, aber jetzt so im Nachhinein denk’ ich oft: „Bodo, damals auf dem Standesamt, da bist du zu weit gegange’.“

Johannes: Eigentlich nicht. Höchstens unfreiwillig. Als der geschätzte Kollege Rolf Töpperwien nach einer mehrwöchigen Zwangspause – er hatte sich die Hände mit flambiertem Alkohol übergossen – wieder genesen auf den Bildschirm zurückkehrten sollte, begann meine Einstiegsfrage in unser Interview mit den Worten „Brennen Sie schon wieder auf den Job?“ Ein denkbar suboptimaler Start, der so definitiv nicht geplant war. Das war mir ausgesprochen peinlich. Er hat es glücklicherweise mit Humor genommen.

Welche Vorbilder haben Sie, welche Kollegen finden Sie privat komisch?

Johannes: Ich verpasse selten eine Folge der „heute Show“, und auch die sensationell komische Rateshow „Straßenstars“ sonntagsabends im hr gehört zu meinem Pflichtprogramm. Nicht zuletzt, weil Bodo da regelmäßig mitmacht und ich ihn so gerne verlieren sehe. Außerdem kann ich über Martina Hill lachen. Und Volker Pispers. Und Alexander Dobrindt.

Kommt Ihr Humor überall in Deutschland gleich gut an, oder gibt es vielleicht ein Nord-Süd-Gefälle?

Bodo: Ich bin ja auf Welttournee durch Deutschland. Vom Tegernsee bis Hamburg, von Köln bis Leipzig. Ich erleb’ jeden Abend neue Publikümer, und die lache’ alle gern. Von einem Nord-Süd-Gefälle hab’ ich da noch nichts gemerkt.

Johannes: In manchen Gegenden wird tatsächlich leiser gelacht als in anderen. Was nicht zwingend bedeutet, dass die Menschen dort weniger Spaß haben. Sie zeigen es nur nicht so offensiv.

Sind die Hessen besonders humorvoll?

Johannes: Als „Zugereister“ aus dem bayerischen Kahlgrund muss ich da jetzt etwas diplomatisch antworten. Die zwei lustigsten Frauen, die ich kenne, FFH-Kollegin Evren Gezer und Gerda Ballon aus ihrer Mühlheimer „Weltbühne“ sind beides eschte Offebäscher Mädscher. Demzufolge müssen zumindest die Offenbacher besonders humorvolle Hessen sein. Bodo, du bist doch Eingeborener, was sagst Du als Insider?

Bodo: Mir Hesse’ sind schon ein besonderes Völkche. Also, wer Äppler trinkt und Handkäs mit Musik mag, der muss schon Humor habe. Und die, wo schon mal bei uns war’n, die habe’ alle viel gelacht. Mir „2 BEIDEN“ würde uns sehr freue, wenn sie uns demnächst auch einmal besuche’ würde’.

Im neuen Jahr sind Johannes Scherer und Bodo Bach am 11. Januar in Neu-Isenburg in der Hugenottenhalle und am 17. Januar in der Aula der FH in Dieburg zu sehen. „One Night Stand - der Nachschlag“ beginnt immer um 19 Uhr. Tickets zwischen 28 und 35 Euro gibt es an den Geschäftsstellen der Offenbach-Post in Seligenstadt und Offenbach, über die Tickethotline 06073/722740 oder an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Quelle: op-online.de

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