Polizei weitet Einsatz der „Body-Cam“ aus

Vorsicht Kamera!

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Sie schaut immer zu und sichert Beweismaterial: die winzige Videokamera auf der Schulter eines Polizisten.

Wiesbaden - Wer als Betrunkener eine Schlägerei mit der Polizei anzetteln will, sollte sich in Hessen vorsehen. Bald könnte überall im Land eine kleine Kamera mitfilmen. Die Polizei fühlt sich damit sicherer.

Der Einsatz der „Body-Cam“ wird nächstes Jahr auf ganz Hessen ausgeweitet. Innenminister Peter Beuth (CDU) begründete gestern diesen Schritt damit, dass die Videoaufzeichnung den Einsatz der Polizisten bei der Personenkontrolle oder bei Streitereien sicherer mache. Es gebe weniger Angriffe auf die Beamten. Der Minister kündigte eine Änderung am Polizeigesetz an, damit künftig nicht nur Bild-, sondern auch Tonaufnahmen gemacht werden können.

„Wir wollen insgesamt 72 Kamerasysteme zum Einsatz bringen“, sagte Beuth. Bislang hat die hessische Polizei 13 kleine Videokameras ein Jahr lang in Brennpunkten wie Frankfurt-Sachsenhausen und auf der Einkaufsstraße Zeil ausprobiert. Die Ergebnisse seien so positiv, dass Versuche in Wiesbaden und Offenbach nicht mehr ausgewertet werden müssten.

Als Warnung für potentielle Angreifer

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Mini-Kamera soll Polizei schützen

Die Kameras wirkten als Warnung für potenzielle Angreifer, sagte Beuth. „Wir können Einsätze auf der Straße so deeskalieren, dass es zu einem besseren Schutz der Kollegen kommt.“ In Sachsenhausen sei die Zahl tätlicher Angriffe im Jahr des Feldversuchs von 40 auf 25 gesunken. Es wurde ein Polizist verletzt. Wer trotz laufender Kamera zuschlug, gegen den konnten die Bilder vor Gericht verwendet werden. Auf der Zeil zählten Streifenpolizisten ohne Kamera mehr als 50 Fälle von Widerstand oder Angriffen. Vor der Videokamera wurde nur eine Streife angegriffen.

„Meist beruhigt sich die Lage, wenn klar wird, dass die Kamera läuft“, berichtete einer der Polizisten. In der Praxis gehen Beamte nicht zu zweit, sondern zu dritt oder viert auf Streife. Einer von ihnen trägt die Kamera auf der Schulter. Auf seiner Weste steht „Videoaufzeichnung“. Er steht etwas abseits, um die Szene überblicken zu können. Den Personen, die kontrolliert werden sollen, gibt er ein klares Signal, dass aufgezeichnet wird. Mit dem Datenschutz ist vereinbart, dass die Bilder nach Dienstende der Streife gelöscht werden, sofern sie nicht zur Strafverfolgung benötigt werden.

Vorsicht! So werden Sie täglich überwacht

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Die hessische Polizei begründet den Einsatz der Body-Cam mit den vielen Angriffen auf Beamte. „Gewalt gegen Polizei-Beamtinnen und -Beamte ist inakzeptabel“, sagte Beuth. Die Zahl der Angriffe schwankt, ist aber im Trend der vergangenen Jahre rückläufig. 2013 wurden 3016 Angriffshandlungen verzeichnet nach 3300 im Jahr 2012. Neue Stellen wegen der Kamerastreifen gebe es nicht, sagte Beuth. Wenn statt zwei nun vier Polizisten ausrücken, müsse dies im Einsatzplan aufgefangen werden. Die Polizei anderer Bundesländer, aber auch in Ungarn, Österreich und der Schweiz habe ebenfalls Interesse, berichtete der Minister.

dpa

Quelle: op-online.de

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