Bordellbesucher betäubt und abgezockt

Frankfurt - Sie haben Bordellbesucher mit K.O.-Tropfen betäubt und anschließend bestohlen. Nun steht eine Bande von insgesamt neun Personen wegen der Delikte vor Gericht.

Wegen einer großangelegten Raubserie mit K.O.-Tropfen für Freier in Vergnügungslokalen muss sich eine neunköpfige mutmaßliche Bande vor Gericht in Frankfurt verantworten. Den fünf Frauen und vier Männern wird vorgeworfen, insgesamt 42 mal zugeschlagen zu haben. Die Strafkammer hat bereits jetzt für die Beweisaufnahme 14 Fortsetzungsterminen bis Anfang März eingeplant.

In den meisten Fällen stahlen die als Bardamen arbeitenden Frauen den oft stark betrunkenen Freiern die Brieftasche, gaben die Kredit- und Scheckkarten weiter an die Männer, so dass diese hohe Geldsummen von den fremden Konten abbuchen konnten. Erwies sich ein Gast aber als zu trinkfest, wurden ihm laut Anklage K.O.-Tropfen in den Cocktail geschüttet. Dadurch verloren die Kunden kurzzeitig das Bewusstsein - und die Damen konnten zugreifen.

Erheblicher Gesamtschaden

In mehreren Fällen wurden die Scheckkarten der bewusstlosen Gäste auch von den angeklagten Männern kopiert und bei Einkäufen eingesetzt. Die einzelnen Schäden beliefen sich auf jeweils 1000 bis 7000 Euro.

Der entstandene Schaden sei beträchtlich gewiesen, hieß es. Das Verfahren gegen eine ursprünglich ebenfalls angeklagte sechste Frau wurde nicht eröffnet.

Nach der Festnahme im März vergangenen Jahres kamen die zwischen 24 und 64 Jahre alten Angeklagten in Untersuchungshaft. Anführer der Gruppe ist laut Anklage ein 57 Jahre alter ehemaliger Schauspieler, der die Straftaten "koordiniert" haben soll.

Quelle: op-online.de

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