Neues Portal im Internet gestartet

Branche will über Fluglärm aufklären

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Die Diskussion um den Fluglärm in der Rhein-Main-Region reißt nicht ab.

Frankfurt/Berlin - Die deutsche Luftfahrtbranche geht in der anhaltenden Debatte um hohen Fluglärm in die Offensive. Über einen gemeinsamen Internet-Auftritt wollen Fluggesellschaften, Flughäfen und die Flugsicherung fortan Informationen rund um das Thema Fluglärm anbieten.

Die Initiatoren bei der Präsentation der Webseite www.fluglärm-portal.de teilten gestern in Berlin mit, künftig Informationen rund um das Thema Fluglärm geben zu wollen. 

Damit reagiere die Luftverkehrswirtschaft auf ein gestiegenes Informationsbedürfnis. Steigende Passagierzahlen, Ausbauprojekte an einzelnen Flughäfen, neue Flugrouten und eine breite Berichterstattung über die Proteste gegen Fluglärm hätten diesen zu einem öffentlichen Thema gemacht.

Die Macher der Webseite wollten „sachlich-fundiert“ über das Thema berichten, kündigten sie an. Daher dienten als Informationsquellen vor allem die Angaben unabhängiger Dritter wie beispielsweise von Bundesbehörden oder dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Um die Lärmbelastung von Flugzeug, Schiene oder Autoverkehr in der eigenen Wohnstraße zu ermitteln, ist beispielsweise der Zugriff auf die Lärmkartierung 2007/2012 des Hessischen Umwelt-Landesamtes möglich, wo errechnete Durchschnitts-Dezibelwerte angegeben sind. Fluglärmgegner kritisieren genau dies, kritische Spitzenwerte würden außer Acht gelassen.

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Gleichzeitig plädierten Branchenvertreter gestern gegen weitere Zugeständnisse beim Thema Nachtflugverbot. „Die deutschen Flughäfen und Fluggesellschaften brauchen die bestehenden Betriebszeiten“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Klaus-Peter Siegloch, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Frankfurter Flughafen, an dem es eine Nachtpause von 23 Uhr bis 5 Uhr gibt, sei das Drehkreuz mit den stärksten Einschränkungen auf der ganzen Welt. Beschneide man die Betriebszahlen weiter, verliere der größte deutsche Flughafen an Attraktivität. „Frankfurt behält dann zwar den Flughafen, der wäre aber kein Drehkreuz mehr“, warnte Siegloch vor einer möglichen Verlagerung internationaler Flugverbindungen. „Lange Nachtflugverbote schaden der ganzen Branche und darüber hinaus der gesamten deutschen Wirtschaft“, so Siegloch.

Bisherige Bemühungen der Branche für mehr Lärmschutz machten sich bemerkbar. „Insgesamt sinken die objektiven Lärmmesswerte, und auch die subjektiv empfundene Lärmbelastung nimmt ab“, sagte Siegloch der Zeitung. Die deutschen Airlines investierten etwa 30 Milliarden Euro in Lärmschutz, in den nächsten Jahren würden 279 leisere Flugzeuge ausgeliefert werden. Im Gegenzug für derartige Investitionen forderte der BDL-Präsident bessere rechtliche Rahmenbedingungen. Konkret verlangte er die Abschaffung der Luftverkehrssteuer und ein von Bund und Ländern getragenes Luftverkehrskonzept. 

Fluglärm für Fraport-Chef (Archiv)

dpa/ad

Quelle: op-online.de

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