13 Jahre nach der Tat

Brandstiftung: Sieben Jahre Haft für versuchten Mord

Wiesbaden - Die Ex-Frau brachte den Stein ins Rollen: Über ein Jahrzehnt nach einer Brandstiftung wird ein 54-Jähriger verurteilt. Habgier und Gleichgültigkeit wirft ihm der Richter vor. Es sei ihm egal gewesen, ob Menschen bei dem Feuer sterben.

Ein Ladenbesitzer ist mehr als 13 Jahre nach der Tat wegen versuchten Mordes und besonders schwerer Brandstiftung vom Wiesbadener Landgericht zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. "Es war Ihnen egal, dass Menschen hätten sterben können", sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. "Sie wussten, dass das Haus bewohnt ist. Es ging Ihnen nur um die Versicherungssumme." Das Motiv des 54-Jährigen sei Habgier gewesen, weil er hoch verschuldet war und das Geschäft nicht lief. Die Versicherungssumme belief sich auf 25.000 Euro. Neun Menschen schliefen beim Ausbruch des Feuers nachts gegen drei Uhr im Dezember 2001 in dem Haus, in dem sich das Geschäft im Erdgeschoss befand. Zu den Bewohnern zählten auch mehrere kleine Kinder. Sie konnten alle unter teils dramatischen Umständen gerettet werden.

Einige Hausbewohner waren aus Angst vor den Flammen auf das Dach des Hauses geklettert. Ein junger Mann stürzte dabei neun Meter in die Tiefe, wurde aber nicht schwer verletzt. Der Gesamtschaden an dem Haus im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim hatte sich auf rund 500.000 Euro belaufen. Das Verfahren gegen den Mann war wieder ins Rollen gekommen, nachdem sich die Ex-Frau bei den Behörden gemeldet und schwere Vorwürfe gegen den 54-Jährigen erhoben hatte. Die Aussagen der Frau seien aber nicht maßgeblich für die Verurteilung gewesen, sagte der Richter. Die Frau habe teils widersprüchliche und sehr dramatisierende Angaben gemacht.

Ausschlaggebend seien vielmehr die falschen Erklärungen des Mannes über sein Alibi in der Tatnacht gewesen. Der Ladenbesitzer hatte ausgesagt, in der Nacht in einem Frankfurter Großmarkt gewesen zu sein und Waren eingekauft zu haben. Auf dem Rückweg sei er von der Polizei angehalten worden und habe ein Bußgeld wegen zu schneller Geschwindigkeit zahlen müssen. Beides habe sich als falsch erwiesen. Zudem habe es keine Hinweise auf einen technischen Defekt für den Brand oder Einbruchspuren in dem Laden gegeben. "Es gab keine vernünftigen Zweifel, dass er der verantwortliche Täter ist", sagte der Richter. (dpa)

Brandstiftung in Altenwohnanlage in Frankfurt

Brandstiftung in Altenwohnanlage

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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