Kurse in Frankfurt und Seligenstadt

Saxophon-Star Branford Marsalis beehrt Region

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Musikalisch mit allen Wassern gewaschen: Saxophonist Branford Marsalis.

Offenbach - US-Jazzstar Branford Marsalis ist ein weltweit gefragter Musiker. Dass der prominente Saxophonist nun zu Meisterkursen in die Region kommt, ist unter anderem der Beharrlichkeit eines Seligenstädters zu verdanken. Von Detlef Kinsler 

Manchmal braucht man einen langen Atem, wenn man sich einen Traum erfüllen will. Als Stefan Weilmünster, Musiker in unterschiedlichen Formationen wie der Bigband East 17 und „Vierfarben Saxophon“ las, dass einer seiner Lieblings-Saxophonisten, Branford Marsalis, im Sommer mit der hr-Bigband Konzerte spielen würde, kam er spontan auf die Idee, bei Marsalis’ Management in USA anzufragen, ob man ihn - sowieso in der Stadt - für Workshops gewinnen könne. „Damals sagte mir das Management nach unzähligen Mails aus Zeitmangel ab“, erzählt Weilmünster, der aber am Ball blieb. „Im Juli sah ich Branford dann in Straßburg auf dem Weltsaxophon-Kongress. Da glühte meine Idee wieder auf, und ich hakte nach. Im August bekam ich dann den Anruf von seinem Manager: Zwischen Konzerten am Bodensee und in Kassel lägen drei freie Tage.“

Jetzt hieß es schnell handeln. Nur hatten an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt, wo Weilmünster als Dozent für Saxophon und Ensemble tätig ist, gerade die Semesterferien begonnen. Keine Chance, das Thema zeitnah anzusprechen. Um den Kontakt nicht wieder abbrechen zu lassen, bot Weilmünster dem Management einen Workshop an der Musikschule Seligenstadt-Hainburg-Mainhausen an.

„Als stellvertretender Schulleiter konnte ich das eigenverantwortlich eintüten“, berichtet der Seligenstädter. „Nach erfolgreichen Gagenverhandlungen und der Zusage einiger Sponsoren versprach ich dem Management, mich nach den Ferien auch um den Termin an der Hochschule in Frankfurt zu kümmern.“ Die Idee, einen Hochkaräter wie Marsalis für Masterclasses an die HfMDK einzuladen, fand ein positives Echo in der Eschersheimer Landstraße. „Es folgte der Gang durch die Hochschulinstanzen“, erinnert sich Weilmünster. „Aber mit Professor Ralph Abelein konnte ich einen einflussreichen Fürsprecher für das Projekt gewinnen, der mich enorm unterstützt hat.“

Was Marsalis für eine Einladung prädestinierte, ist die stilistische Bandbreite, die er mit seinen Produktionen abdeckt. Jazz in allen Facetten, Pop mit Sting, HipHop unter dem Pseudonym Buckshot LeFonque, Klassik mit Interpretationen von Fauré, Ravel, Satie, Strawinsky und Rachmaninoff.

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„Klassisches Saxofon kann man ja bei uns studieren, einen Jazz-Studiengang haben wir aber nicht, weshalb wir die Workshops von vornherein offen geplant haben“, erklärt Abelein. „Es werden zahlreiche Jazzstudierende aus Mainz und Würzburg das Angebot wahrnehmen. Aber auch für unsere Studierenden ist es wertvoll, da ja seit einigen Semestern in den Lehramtsstudiengängen Jazz- und Pop-Instrumente als Künstlerisches Hauptfach studiert werden können.“

„Die Organisation dieser Workshops war äußerst zeitaufwändig und kräftezehrend, doch ich habe mir damit einen ganz persönlichen Traum erfüllt“, freut sich Weilmünster auf einen der vielseitigsten Musiker der Welt. „Mit Sting hat er sich schon in den 80er Jahren in den Pop-Olymp gespielt, im Jazz ist er mit seiner Interpretation des heiligen Grals des Jazz, der ,Love Supreme’ von John Coltrane, in ähnliche Höhen aufgestiegen und seit einigen Jahren spielt er die schwersten klassischen Saxophonkonzerte mit weltweit renommierten Orchestern. Da ich mich künstlerisch auch in allen drei Sparten bewege, habe ich schon immer den Weg dieses Weltstars aufmerksam verfolgt.“

Anmeldungen für die HfMDK-Workshops am 18. Januar sind unter Nennung der zu bearbeitenden Stücke bis 8. Januar an die Mail-Adresse kbb@hfmdk-frankfurt.de zu richten. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro. Die aktiven Teilnehmer am Workshop in Seligenstadt am 19. Januar stehen indes schon fest. Etwa 90 weitere Interessenten können beim Workshop zuschauen. Mit etwas Glück kann man dafür unter 06182/28966 noch einen Platz ergattern

Quelle: op-online.de

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