Der Duft nach „Ich habe die Welt gerettet“

+
Kurz sagt auch er zwei Sätze auf Deutsch und dass er sich in Frankfurt zuhause fühle. Gerade hat Willis mit dem deutschen Regisseur Robert Schwentke den Thriller „Red“ abgedreht.

Frankfurt - Bruce Willis legt seinen coolen „Ich bin ein Super-Agent-Blick“ auf, als er den Ohrstöpsel, der ihn mit der Stimme der blonden Frau in der kleinen Kabine verbindet, reinsteckt. Von Kathrin Rosendorff

So als ob gleich was Spannendes passiert, etwas in die Luft fliegt wie bei „Stirb Langsam“ 1 bis 4. Aber die Frau in der Kabine ist bloß die Simultanübersetzerin bei der Präsentation seines Parfüms in Frankfurt. Seinem ersten überhaupt.

Eine deutsche Firma bringt das Duftwässerchen raus, das man nicht bei Douglas, sondern nur über Vertreter kaufen kann. Deshalb kam der Star am Samstag auch nach „Germany“. Im Nobelhotel „Villa Kennedy“ stellte der 55-jährige im schnieken grauen Anzug das „Bruce Willis“-Parfüm vor. Parfüm und Bruce Willis, das will irgendwie nicht zusammen passen.

Wie duftet nun der Stereotyp aller Machos? Nach frischem „Ich habe gerade die Welt gerettet-Schweiß“? Leider nein. „Das Parfüm riecht ein bisschen nach Holz, ein bisschen nach Grapefruit und nach Pfeffer. Der männlichste Duft, den es je gegeben hat“, tönt einer von zwei wichtigen Typen der Parfümfirma. Er und der andere wichtige Mann sitzen in Sesseln neben Bruce und sondern Dauer-Geplänkel über den „tollen“ Bruce und die „tolle“ Zusammenarbeit und das „tolle“ Parfüm ab. Bruce bekommt bestimmt weit mehr als nur den Freiflug nach Deutschland, seinem Geburtsland (Idar-Oberstein), ausgegeben. Denn auch er wiederholt immer wieder, wie „great“ das Parfüm und die Firma seien.

Kritische Fragen sind nicht gern gesehen

Kurz sagt auch er zwei Sätze auf Deutsch und dass er sich in Frankfurt zuhause fühle. Gerade hat Willis mit dem deutschen Regisseur Robert Schwentke den Thriller „Red“ abgedreht. Kritische Fragen sind nicht gern gesehen. Den Journalisten hat die Firma beim Reinkommen einen Katalog mit Beispielfragen in die Hand gedrückt. 10 der 11 Fragen beinhalten das Wort Parfüm. Eine davon lautet: „Bruce, was war die größte Herausforderung für dich, als es um die Entscheidung um den Duft ging?“ Nur eine Journalistin traut sich eine „Nicht-Parfüm“-Frage zu stellen. „Ihre Ex-Frau Demi Moore schreibt gerade Ihre Autobiografie. Haben Sie Angst?“ „Nein, ich fürchte nichts.“ Dann fügt Willis an: „Wie ich gehört habe, handelt das Buch vor allem von ihrer Kindheit und davon, wie Demi zu der Person wurde, die sie heute in der Hollywood-Welt ist. Danke, dass Sie fragen.“

Wahrscheinlich ist er erleichtert zwei Minuten mal nicht über das Parfüm säuseln zu müssen. Dann schwärmt er noch ein bisschen über seine 22 Jahre jüngere Frau, ein Ex-Dessous-Model und erzählt: „Ich versuche sie jeden Tag zum Lachen zu bringen. Leider gelingt mir das nicht immer.“

Quelle: op-online.de

Kommentare