Osthafenbrücke wird aufgestellt

Der Brückenschlag: Spektakel in Zeitlupe

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Das 175 Meter lange, 24 Meter breite und 21 Meter hohe Bauwerk verbindet später das Südufer mit dem Mohlenkopf. Im Juli 2013 soll die Brücke für den Verkehr freigegeben werden.

Frankfurt - Eigentlich sei die neue Brücke über den Main, schon im Jahr 1907 in Planung gewesen, sagt der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) gestern zum Ablauf der spektakulären Aufstellung des Bauwerks in der kommenden Woche. Von Stefan Mangold

„Doch in unserer Stadt dauert von der Idee bis zur Realisierung alles ein bisschen länger“. Das Projekt beweise immerhin, „dass diese Regierung Frankfurt voranbringt“, wirbt Frank für die eigene Mannschaft. „Osthafenbrücke“ soll das neue Bauwerk heißen.

Vergleichsweise schnell ging die eigentliche Realisierung vonstatten: Erst im Januar fing die Baufirma an, die Brücke nahe dem Neubau der EZB zu montieren. „Anfangs hatten wir Befürchtungen, ob wir den Termin einhalten können“, erinnert sich Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Im Januar konnten die Arbeiter wegen der klirrenden Kälte kein Teil ans andere setzen. Wenn nun aber zwischen dem 20. und 22. August der Wind nicht zu stark pfeift, was heißt, nicht schneller als zehn Meter pro Sekunde, dann wird die 175 Meter lange und 24 Meter hohe Konstruktion schon am nächsten Mittwoch ihre endgültige Lage gefunden haben.

Bilder von der neuen "Osthafenbrücke"

Brückenschlag in Frankfurt

Wer sich das Schauspiel ansehen will, dem rät Majer dringend von der Nordseite des Mains ab. Sehen kann man von dort nichts. Über die Hanauer Landstraße wird der Verkehr wie immer laufen. Die Zufahrtsstraßen zum Osthafen sind während der drei Tage aber dicht. Majer bedauert, „keinen King Kong engagieren zu können“, und prophezeit „ein Spektakel im Zeitlupentempo“. Von dem hätten Zuschauer, die zwischendurch eine visuelle Pause einlegen würden, wesentlich mehr: „Die sehen dann eine Veränderung.“

Dies ist der Fahrplan: Am Montag heben zwei Schwerlastplattformwagen die Stahlkonstruktion an einer Seite an, drehen sie auf der Baustelle am Ufer östlich der Deutschherrnbrücke um 90 Grad und setzen sie 20 Meter zurück. Nun zeigt die neue Brücke direkt auf den Main.

Am Dienstag wird das Brückenbauwerk Stück für Stück vorgeschoben und auf zwei im Wasser schwimmende Pontons umgebettet.

Das Wetter wird studiert

Am Mittwoch schließlich ziehen bis zu neun am Mainufer verankerte Seilwinden die Brücke 250 Meter stromaufwärts Richtung Offenbach bis in ihre endgültige Position. Auf den Widerlagern am Ufer wird der Brückenüberbau dann aufgelegt und befestigt. Am Nachmittag werden die Pontons samt Ankerseilen weggenommen – wenn alles glatt läuft und kein Wind aufkommt.

Seit Tagen studieren die beteiligten Ingenieure akribisch die Wettervorhersagen. Majer nennt den Dienstag als besten Tag fürs Zuschauen. Die Deutschherrenbrücke sei jedoch von beiden Seiten gesperrt. Am Dienstag und am Mittwoch wäre das Ruderdorf eine Stelle mit guter Aussicht. Für Autos ist der Parkplatz jedoch gesperrt. Die neue Brücke stehe in der Mitte zwischen Offenbacher Rathaus und Römer, weiß der Verkehrsdezernent. Sie sei ein Signal: Das Ostend entwickele sich und Offenbach wachse, „auch dank unserer Hilfe für deren neues Hafenviertel“. Im Internet kann man zuschauen.

Quelle: op-online.de

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