Brutto für Netto: Händler wiegen Verpackung oft mit

Frankfurt/Rhein-Main - (ad) Wer eine Schale Erdbeeren kauft, zahlt oftmals nicht nur für die leckeren Früchte. Feinschmecker, die im Feinkostladen Pralinen zum Kilopreis von 38 Euro einzeln auswählen, ahnen nicht, dass ihnen beim Abwiegen die Verpackung zum Pralinenpreis mit 1,20 Euro mitberechnet wird.

Dass dem so ist, belegt die hohe Zahl von Beanstandungen bei der gemeinsamen Aktion „Brutto für Netto“ der Hessischen Eichdirektion und der Verbraucherzentrale Hessen. Mehr als ein Drittel der im Mai überprüften Verkaufsstellen verstieß gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Sie wiegen bei losen Lebensmitteln das Verpackungsmaterial einfach mit und lassen die Kunden dafür zahlen.

Der Handel ist beim Verkauf loser Ware wie Obst, Fisch, Fleisch, Käse oder Feinkost gesetzlich verpflichtet, nur das Netto-Gewicht des Lebensmittels ohne das Gewicht der Verkaufsverpackung (Tara) zu berechnen. Bei den verdeckten Kontrollen hagelte es jedoch Beanstandungen: Von 213 überprüften Geschäften missachteten 77 (36 %) die Vorschriften. Spitzenreiter bei den Verstößen waren Fachgeschäfte wie Metzgereien oder Feinkostläden: in jedem zweiten (57) der 110 überprüften Läden wurde die Verpackung mitgewogen. Auch an jeder fünften der 103 kontrollierten Supermarkt-Frischtheken wurde die Tara-Taste beim Abwiegen nicht benutzt oder war das Papiergewicht nicht hinterlegt. Die Waage zeigt ohne Verpackung einen negativen Wert, also zum Beispiel -25 Gramm.

Die Ergebnisse wiederholen sich seit Jahren“, beanstandet Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen. „Der Einzelhandel darf Pappe nicht ungestraft zum Erdbeerpreis verkaufen! Was im Einzelfall meist nur wenige Cent ausmacht, summiert sich auf Kosten der Verbraucher.“

Quelle: op-online.de

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